18.02.2013 | Mediennutzung

Der Second Screen setzt sich durch

TV-Sender befürchten, dass ihnen die Zuschauer davon laufen.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Anywab hat sich der fernsehbegleitenden Internetnutzung durch den Einsatz von Tablets, dem sogenannten Second Screen, angenommen. Demnach surft mehr als die Hälfte der Befragten zumindest gelegentlich parallel zum laufenden Programm. Zu den Profiteuren dieses Trends gehört der Online-Handel.

2.000 Internetnutzer zwischen 14 und 49 Jahren waren von der Unternehmensberatung befragt worden. Der zweite Bildschirm wird genutzt, um online über die laufende Sendung zu recherchieren, Kommentare zum Programm zu schreiben oder zu lesen, die Website oder Apps zur aktuellen Sendung zu besuchen oder Online-Wetten abzuschließen. Immerhin 62 Prozent der Tablet-User der befragten Altersgruppe nutzen den Second Screen ab und zu. Unter den Smartphone-Nutzern surfen noch 54 Prozent nebenher. Der Anteil unter allen Nutzergruppen liegt bei 45 Prozent.

Spartensender mit hoher Bindungskraft

Berücksichtigt man die zunehmende Verbreitung von Tablet-Rechnern, kann man davon ausgehen, dass sich der Second Screen dauerhaft als Parallelmedium etablieren wird. Von enormer Bedeutung für das Fernsehen ist dabei die Bindungskraft, die ein Sender auf den Second Screen ausübt. Um diese zu messen, entwickelte Anywab eine Kennziffer, die die Bindungskraft in Prozentsätzen ausdrückt. Sie soll aufzeigen, welcher Anteil der Zuschauer eines Senders sich mit einem Second Screen beschäftigt. Auf Platz eins befindet sich hier der Musiksender Viva mit 62 Prozent. Dahinter folgen Super RTL und Tele 5 mit jeweils 59 Prozent und DMAX mit 58 Prozent. Neben diesen Spartenkanälen kann sich erstaunlicherweise auch der öffentlich-rechtliche Sender 3Sat behaupten. Hier liegt der Prozentsatz der Zuschauer, die den zweiten Bildschirm nutzen, bei ebenfalls 58 Prozent. Es folgen: Pro7 (50 Prozent), RTL (48 Prozent), ZDF (48 Prozent) sowie Das Erste (45 Prozent).

TV-Sender fürchten den Trend

TV-Sender sehen in dieser Entwicklung allerdings eine reale Gefahr. Sie fürchten, dem Internet langfristig unterlegen zu sein. Dass das Web den Zuschauer vom TV-Programm ablenken kann, belegen die Studienergebnisse in Bezug auf den E-Commerce: Schon jetzt surfen 83 Prozent der Internetnutzer parallel zum TV-Konsum, 28 Prozent dieser Personen nutzen zumindest partiell in dieser Zeit auch Online-Shopping-Portale. Die größten Profiteure dieser Entwicklung sind Amazon, Ebay und Zalando.

Schlagworte zum Thema:  Mediennutzung, Mobile Marketing, Online-Marketing

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