09.09.2014 | Interview mit Hans Reitmeier

"Google wird sein Befragungstool vorstellen"

"Wir erwarten deutlich über 140 Aussteller und erneut über 3.000 Teilnehmer."
Bild: Research & Results

Die Research & Results (22. und 23. Oktober im MOC München) ist die führende Messe für Marktforschung. In diesem Jahr kann sie sogar einen Ausstellerrekord vermelden. Wir haben Geschäftsführer Hans Reitmeier ein paar Fragen zu Trends und Themen gestellt.

acquisa: Data Scientists sind in Zeiten von Big Data gefragt wie nie. Gute Zeiten für Marktforscher, oder?

Hans Reitmeier: Die Welt hat sich mit dem Aufkommen von Big Data auch für Marktforscher in mancher Hinsicht geändert: Die Datenbestände haben eine nie gekannte Größe. Diese Bestände wurden meist nicht primär zur Gewinnung von Forschungserkenntnissen erhoben und strukturiert. Schließlich sind Big Data in vielen Fällen nicht anonymisiert und damit für den Marktforscher aus berufsethischen Gründen nicht zugänglich. Manches darf der Marktforscher also nicht anfassen, obwohl er es könnte. Und für manches sind die bisherigen Tools vielleicht nur bedingt geeignet. Davon abgesehen haben Marktforscher aber seit jeher große Datenmengen strukturiert, Muster ermittelt, Schlüsse daraus gezogen und Empfehlungen abgeleitet. Insofern gibt es da viel Kompetenz. Und man hört häufig das Argument, dass Big Data zwar die "Was"-Frage beantworten, nicht aber die nach dem "Warum". Da bräuchte man dann doch wieder klassische Marktforschung. Insofern bin ich optimistisch, wenn die Marktforscher ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen.

acquisa: Welche Trends bewegen die Branche derzeit sonst noch?

Reitmeier: Wenn wir zunächst bei den Aufregern bleiben, schauen viele gespannt auf sogenannte Do-it-yourself-Ansätze, wie sie unter anderem ein großer Suchmaschinen-Anbieter schon in den USA vertreibt. Denn da stellt sich natürlich die Frage nach den Chancen, aber auch den Risiken für klassische Anbieter. Dann gibt es eine Strömung, die sagt, man könne nicht alles über Befragungen retrospektiv erheben. Man müsste vielmehr im Moment des Erlebens, sozusagen live, durch Messung, durch Beobachtung forschen. Auch um die zunehmende Mobilisierung der Menschen dreht sich natürlich viel. Mittlerweile ist der Befragungsort halt sehr häufig etwa der U-Bahnhof, wo man kurz Zeit und ohnehin das Smartphone in der Hand hat. Darüber darf man aber die klassischen Themen nicht vergessen. Zum Beispiel zieht alles, was mit Kunden, Kundenbindung oder -loyalität zu tun hat, jedes Jahr wieder sehr großes Interesse auf sich. Das lässt sich konkret an Besucherzahlen von Messe-Workshops ablesen.

acquisa: Und welche Highlights erwarten die Besucher der Messe in diesem Jahr?

Reitmeier: Zu den genannten Themen, und natürlich vielen anderen, wird es Angebote an den Ständen und Workshops geben. Konkret wird etwa Google selbst sein Befragungstool vorstellen. Es gibt eine Reihe von Workshops zum Thema Big Data, unter anderem voraussichtlich einen des internationalen Branchenverbandes Esomar. Gleichzeitig beobachten wir eine weitere Internationalisierung der Messe.

acquisa: Mit wie vielen Ausstellern und Besuchern rechnen Sie?

Reitmeier: Wir erwarten deutlich über 140 Aussteller und erneut über 3.000 Teilnehmer.

Alle Informationen zur Messe finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Marktforschung, Messe, Big Data

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