16.01.2013 | Kommentar

So funktioniert es nicht

Manche PR-Aktion ist nicht gerade zielführend.
Bild: Haufe Online Redaktion

PR kann eine wichtige Unternehmensfunktion sein. Wenn sie kompetent betrieben wird. Was leider in vielen Fällen nicht der Fall ist. Ein kleiner Einblick in die Freuden des Fachjournalistenalltags.

Es geht schon damit los, dass man sich erschreckend selten mit ein paar Klicks für einen Presseverteiler (bzw. zur Not auch werblichen Newsverteiler) anmelden kann. Weil es in vielen Unternehmen entweder keinen gibt oder man ihn auch mit einer ausgefeilten Suchstrategie nicht findet. Der Versuch, sich über ein Kontaktformular oder Ähnliches in einen Verteiler zu schmuggeln, ist auch nicht immer von Erfolg gekrönt.

Falls Sie es noch nicht gemerkt haben: Wir reden hier von aktivem Interesse eines Redakteurs für ein Unternehmen. Aufmerksamkeitsgesellschaft und so weiter, Sie verstehen.

Ist man dann doch glücklicher Empfänger geworden, währt die Freude vielfach nur kurz, weil man unverlangt mit jeder Maschine-bohrt-Wand-Meldung gleich ein ganzes Arsenal an Firmenlogos, Porträt- oder Produktfotos zugeschickt bekommt. Die man erstens oft nicht braucht und die zweitens gelegentlich so aussehen, als ob sie von einer jungen Praktikantin geschossen wurden, die »was mit Medien« studiert hat. Von den Briefmarkenformaten und der Druckbarkeit wollen wir gar nicht reden. Doch nicht genug des Zaubers, manchmal folgt der Aussendung leicht verzögert noch ein Anruf, ob die PM der Bohrmaschinenfreunde Neudorf (Name von der Redaktion geändert) auch angekommen und von Interesse sei. An dieser Stelle ist anzumerken: In aller Regel können Redakteure ein Telefon oder einen Antwortenknopf bedienen und ihr Gefallen zum Ausdruck bringen. Wobei: Viele digitale Mailverteiler kommen von einer No-Reply-Adresse. Ein geschickter Schachzug, um es dem Empfänger so leicht wie möglich zu machen, sich zu melden. Ebenfalls schön: Wenn man auf eine postwendende Antwort-Mail eine Out-of-Office-Reply erhält. Das kommt öfter vor, als Sie glauben, und sorgt nicht für Freu(n)de. Glauben Sie mir.

Aber das Allerbeste sind immer noch Pressemitteilungen, deren inhaltlichen Zusammenhang mit der eigenen Publikation man nur mühsam rekonstruieren kann. Solche Aktionen müssen auf einem schwunghaften Handel mit Presseverteilern basieren. Alles andere wäre zu sch(m)erzhaft.

Schlagworte zum Thema:  PR, Marketing

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