15.12.2014 | Top-Thema Interview mit Timur Vermes über "Er ist wieder da"

"Das beste Buch nützt nichts, wenn keiner weiß, dass es existiert"

Kapitel
"Die Auflagenhöhe inklusive der Downloads liegt beim Hardcover bei über 1.060.000 Exemplaren."
Bild: MissBehaviour.de

Dass "Er ist wieder da" ein Erfolg werden könnte, war schnell klar. Durch die Decke ging das Buch dann im Weihnachtsgeschäft. Doch ohne Werbung ging es nicht.

acquisa: Ihre Hauptfigur schimpft über diverse Medienangebote und lobt andere (wie z.B. Wikipedia). Warum?

Vermes: Weil ein Hitler überall seinen Senf dazugibt. Und weil er zu allem eine Meinung hat.

acquisa: Wie würden Sie die Ein­stellung der Hauptfigur zum Internet beschreiben?

Vermes: Pragmatisch. Er erkennt recht schnell, dass das Internet nur ein anderer Mechanismus ist, um Aufmerksamkeit zu verteilen. Er hält es jedenfalls nicht für eine Wiege der Demokratie.

acquisa: Wie viele Exemplare haben Sie denn aktuell in Deutschland verkauft?

Vermes: Das Buch, welches bei Bastei Lübbe/Eichborn erschienen ist, wurde mittlerweile in 38 Länder lizensiert. Die Auflagenhöhe inklusive der Downloads liegt beim Hardcover bei über 1.060.000 Exemplaren. Vom Hörbuch, gelesen von Christoph Maria Herbst, wurden mehr als 520.000 Exemplare verkauft und es hat den Doppel-Platin-Status erreicht.

acquisa: Wann wurde Ihnen klar, dass es sich um einen Knaller handelt?

Vermes: Ein Knaller? Nach dem Weihnachtsgeschäft. Dass es allen Gesetzen nach ein Erfolg werden müsste (irgendwas bis zu 100.000 Exemplaren), war hingegen schon sehr wahrscheinlich, als das Manuskript verkauft wurde: Der Preis war recht hoch, um ihn wieder reinzuwirtschaften, muss der Verlag viel Werbung machen – und damit ist die größte Hürde schon mal über­wunden. Denn das beste Buch nützt nichts, wenn keiner weiß, dass es existiert.

Schlagworte zum Thema:  Marketing, Werbung

Aktuell

Meistgelesen