19.11.2013 | Top-Thema Interview mit Michael Höflich

"Social Media nur aktiv bespielen, wenn man es auch kann"

Kapitel
"Wir bewegen uns in einer Phase der permanenten Innovation."
Bild: FCP

Die CP-Branche steht gut da. Deshalb drängen weiterhin neue Anbieter auf den Markt. Und es gibt viel zu tun in Sachen kanalübergreifender Kommunikation. Und dann gibt es da auch noch Social Media.

acquisa: Wie steht die CP-Branche derzeit wirtschaftlich da?

Höflich: Alle Zeichen deuten auf ein erfolgreiches Jahr 2013 hin: Die Befragten des CP-Barometer sehen die Marktsituation mit großer Mehrheit positiv, und zwar sowohl Unternehmen wie Dienstleister. Zudem empfangen wir durchweg optimistische Signale unserer Mitgliedsagenturen und schließlich: Der Wettbewerb "Best of Corporate Publishing" hatte im Sommer mit über 660 Publikationen das zweitbeste Ergebnis seiner elfjährigen Geschichte erzielt.

acquisa: Wie sehen Sie Social Media für die CP-Branche? Überbewertet?

Höflich: Wie heißt es so schön: Wir sind alle Social Media – insofern muss CP Social Media je nach Unternehmen zumindest aufmerksam beobachten. Aber unabhängig von der Bewertung: Social Media sollte man aktiv nur bespielen, wenn man es auch kann. Das bedeutet, Unternehmen müssen einerseits bereit sein, dauerhaft Zeit und Personal in Social Media zu investieren und sich vor allem öffnen. Dem Dialog mit den Usern und der Option, dass die Social-Media-Verantwortlichen schnell und selbständig agieren können.

acquisa: Immer mehr Verlage, Fachverlage und Dienstleister stürzen sich auf den CP-Markt. Verträgt dieser überhaupt noch neue Anbieter?

Höflich: Ich glaube durchaus, dass der Markt noch neue Anbieter verträgt. So gibt es beispielsweise immer noch viele Wachstumsbereiche, die verhältnismäßig dünn besetzt sind. Technische Themen generell, insbesondere IT, Maschinenbau oder Medizintechnik sind Felder, die Spezialwissen erfordern. Genau da können sich Fachverlage etablieren. Allerdings muss man sich als Fachverlag bewusst machen: Zu CP gehört mehr als nur redaktionelle Kompetenz und Design. Man muss auch den Dialog mit dem Kunden und den Usern managen und vor allem Marketing- und Dienstleisterkompetenz aufbauen.

acquisa: One brand – all media. Die Orchestrierung der einzelnen Medieninhalte gilt als DIE zentrale Herausforderung. Wie steht es damit in der Branche?

Höflich: Grundsätzlich: Wir bewegen uns in einer Phase der permanenten Innovation. Gleichzeitig fehlt bei vielen Unternehmen – und auch bei manchen Dienstleistern – die Offenheit gegenüber der Technik, die inzwischen bei neuen Konzepten unverzichtbar ist. Viele Anwendungen basieren immer noch auf Einzellösungen, die nicht mit den anderen Kanälen kommunizieren. Grundlage für den Kommunikationserfolg ist aber, in Gesamtkonzepten zu denken. Und wir dürfen nicht übersehen, dass die Strukturen auf Unternehmensseite oft noch weit davon entfernt sind, die bestehenden digitalen Potenziale zu bewältigen. Der Beratungsbedarf der Auftraggeber ist dabei die große Chance der Corporate Publisher.

Schlagworte zum Thema:  Corporate Publishing, Medien, Mobile Marketing, Social Media, Marketing

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