19.11.2013 | Top-Thema Interview mit Michael Höflich

"Print symbolisiert tiefe Wertschätzung"

Kapitel
"Die Wertschöpfungskette von Corporate Publishing ist länger geworden."
Bild: FCP

Printmedien sind nach wie vor eine starke Säule im CP-Geschäft - digitaler Dialog hin oder her. Doch der wirkliche Clou ist die Verknüpfung der Medien mit dem konkreten Ziel der Abverkaufs. Im Editorial Shopping liegt die Zukunft.

acquisa: Facebook, Twitter & Co. sind in der Kommunikationsbranche allgegenwärtig. Endgeräte wie I-Pad und I-Phone haben das Nutzerverhalten signifikant verändert. Welche Rolle spielt da noch die gedruckte Zeitschrift?

Höflich: Printmedien sind nach vor eine starke Säule im CP-Geschäft – in Zahlen ausgedrückt: Insgesamt erscheinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 15.600 Kundenmagazine, davon circa 8.000 Titel im B2C-Bereich mit einer Gesamtauflage von 2,9 Milliarden Exemplaren. Im B2B-Sektor kommunizieren die Unternehmen über mehr als 7.600 verschiedene Medien mit einer Gesamtauflage von etwa 670 Millionen Heften mit ihren Kunden. Und für die Mitarbeiterkommunikation werden im DACH-Raum rund 7.400 verschiedene Titel mit einer Gesamtauflage von über 120 Millionen Exemplaren genutzt. Man sieht, dass digitale Medien gedruckte Magazine nicht ganz verdrängt haben. Wie kein anderes Medium symbolisiert Print die tiefe Wertschätzung, die Unternehmen ihren Kunden, Partnern oder Mitarbeitern entgegenbringen. Es ist zielgruppengenau, bedient vielfältige Informationsinteressen und überrascht die Leser. Dabei sehen Unternehmen Print nicht nur als Mono-Medium, es dient ihnen vielmehr auch als Basis für ihre vernetzte, multimedial orchestrierte Kommunikation. Kein anderes Medium ist besser in der Lage, Interesse zu wecken, Themen zu setzen, Inhalte zu vertiefen und Leser in die digitale Welt zu navigieren. Zeitgemäße Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften müssen aber beweisen, dass sie auch die Brücke zur mobilen Always-On-Generation schlagen können, und dabei steigen die Anforderungen: Wo früher der Hinweis auf eine Webseite genügte, da muss Print künftig ganze On- und Offline-Welten über neue Schnittstellen zusammenführen oder möglicherweise eigene Displays und RFID-Chips in seine Produkte einbauen, um Kunden und Mitarbeitern neue Aha-Erlebnisse zu bieten und die Unternehmensmarke in strahlendem Licht zu präsentieren. Diese Herausforderung können Printmedien meistern, wenn sie offen mit neuen Technologien umgehen. Gelingt ihnen das, werden sie ihre Relevanz nicht nur behalten, sondern ausbauen.

acquisa: Das sogenannte "Editorial  Shopping" verbindet E-Commerce mit journalistischen Inhalten und optimiert so das Zusammenspiel von gedruckten  und digitalen Medien. Ist das die Zukunft?

Höflich: Ganz eindeutig: Ja! Wie immer man es nennen mag: Editorial Shopping oder Magazine Stores oder übermorgen mit einem anderen Buzzword – die Verknüpfung von Print- und Online-Medien sowie das mobile Internet erlauben barrierefreie Übergänge zwischen journalistischen Formaten wie Texten und Videos sowie Social-Media-Plattformen hin zu Web-Shops und ermöglichen so neue, emotionale Einkaufserlebnisse. Insbesondere im Hinblick auf das Thema Commerce ist die Wertschöpfungskette von Corporate Publishing nicht zuletzt durch die neuen digitalen Möglichkeiten schlichtweg länger geworden. Von der erweiterten Interpretation in Richtung Leadgenerierung, Neukundengewinnung und konkreter Sales-Ziele wird am Ende jedes Unternehmen profitieren.

Schlagworte zum Thema:  Corporate Publishing, Medien, Mobile Marketing, Social Media, Marketing

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