27.03.2014 | Top-Thema Interview mit Michael Freter

"Werbeartikel sind die dritte Kraft im deutschen Werbemarkt"

Kapitel
"Der Kuli aus Fernost ist ein oft zitierter Mythos, der vielfach an der Wirklichkeit vorbeigeht."
Bild: PSI

Durch Digitaldruck wird auch bei Werbeartikeln eine Individualisierung möglich. Welche Trends in den kommenden Jahren sonst noch bestimmend sein werden, lesen Sie hier.

acquisa: Wie sind denn die aktuellen Trends in der Werbeartikelbranche? Was wird verstärkt nachgefragt? Was weniger?

Freter: Der Kuli aus Fernost ist ein oft zitierter Mythos, der vielfach an der Wirklichkeit vorbeigeht, um auch das einmal klar zu sagen. Wer die entsprechenden Sortimente auf der PSI gesehen hat, der erkennt, wie viel ausgeklügelte Technik und Innovation selbst in einem Kugelschreiber stecken kann. Davon abgesehen: Der Trend zur Nachhaltigkeit, beispielsweise bei solarbetriebenen Elektronikprodukten, und der Trend zu customized Produkten, die in Serienfertigung beispielsweise digital bedruckte Unikate herstellen, zieht sich durch nahezu alle Sortimentsbereiche.

acquisa: Und in welche Richtung geht es in den kommenden Jahren?

Freter: Der Trend zur Nachhaltigkeit und zum Werben mit grünen Produkten wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Ein zweiter Trend sind im Zuge der drucktechnischen Entwicklungen sicherlich customized Produkte, die eine Serienfertigung in der Auflage 1 ermöglichen – zugeschnitten auf den jeweiligen Empfänger. Interessant ist aber auch, dass die Werbeartikelwirtschaft den Bereich Fitness und Gesundheit (wieder) stärker für sich entdeckt.

acquisa: Wie kann der Werbeartikel seine Position im Marketing-Mix weiter stärken?

Freter: Werbeartikel mit einem Jahresumsatz von 3,42 Mrd. Euro sind sozusagen die dritte Kraft im deutschen Werbemarkt. Das wird schnell übersehen. Und das formuliert bereits eine zentrale Aufgabe, der wir uns im Verbund aller Verbände und Institutionen zu stellen haben. Die vor zwei Jahren vorgelegte, erste empirische Wirkungsstudie zum Werbeartikel, die jetzt weiter konkretisiert wurde, ist ein großer Schritt in diese Richtung. Auch die derzeit in Vorbereitung befindliche Gründung eines gemeinsamen Dachverbandes und der geplante Beitritt in den ZAW dienen dem einen Ziel: Unsere Position im Marketing-Mix erkennbar zu stärken.

Schlagworte zum Thema:  Werbeartikel, Marketing

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