14.06.2013 | Top-Thema Interview mit Heike Scholz

"Wichtig ist, über die mobile Suche auffindbar zu sein"

Kapitel
"Viele Unternehmen setzen heute auf hybride Apps."
Bild: Heike Scholz

Langsam entdeckt auch die Kreation die neuen Möglichkeiten, die Mobile Marketing bietet. Doch eine zentrale Frage bleibt: Mobile Website oder App? Heike Scholz hat auch hier eine Antwort parat.

acquisa: Werden die technischen Möglichkeiten, die Smartphones bieten, von den Kreativen schon ausreichend genutzt, zum Beispiel die Bewegungssensoren?

Scholz: Nein. Ich würde mir da mehr Kreativität wünschen. Die Werber müssen Mobile besser verstehen. Aber vielleicht ist das auch gut so, denn Unternehmen sollten nichts tun, was den User überfordert. Schöne Beispiele findet man bei den Cannes Lions. Im vergangenen Jahr gab es dort zum ersten Mal eine Mobile-Kategorie. Ich erinnere mich unter anderem an ein Beispiel von YOC, das die Oberfläche des Windows Phone auf I-Phones und Android-Handys brachte. Oder an die Mobile Ad einer Versicherung, bei der man über ein klassisch präsentiertes Auto wischte, das dadurch auf dem Bildschirm einen Unfall hatte.

acquisa: Was halten Sie von der Integration von User Generated Content in Mobile-Marketing-Maßnahmen?

Scholz: Bei Angeboten wie Barcoo funktioniert das ganz hervorragend, weil die Nutzer die mit dem Smartphone geschossenen Bilder direkt zu Barcoo hochladen können. Insgesamt wird User Generated Content aber eher selten eingesetzt, wegen der Gefahr des Missbrauchs. Ich habe mich mit einem Community Manager unterhalten, der mir sagte, dass es drei Sekunden dauert, bis das erste problematische Bild hochgeladen wurde. Diesen Kontrollaufwand scheuen viele Unternehmen zurecht.

acquisa: Wie ist der Stand der Diskussion hinsichtlich Mobile Website vs. App?

Scholz: Spontane Antwort: Beides. Wichtig ist, über die mobile Suche auffindbar zu sein, vor allem für Neukunden. Deshalb gehört eine mobile Website dazu. Ob es eine klassische Corporate Website sein muss, bezweifle ich. Vielleicht sollte man doch gleich den Weg von Coca Cola beschreiten und zu einem Magazin kommen. In Sachen Kundenbindung ist man häufig mit einer App gut beraten, die umfangreichere Services bietet. Viele Unternehmen setzen hier heute auf hybride Apps, die das Beste von mobilen Webseiten und nativen Applikationen zu vereinen suchen.

Schlagworte zum Thema:  Mobile Marketing, Dialogmarketing, Marketing

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