26.03.2014 | Top-Thema Interview mit Dieter Brandes

"Mit Einfachheit erreichen wir, dass die Dinge überhaupt funktionieren"

Kapitel
"Einfachheit hat immer mit kluger Organisation zu tun."
Bild: Institut für Einfachheit

Für den Umgang mit Komplexität empfiehlt Brandes einen Dreischritt. Einen Widerspruch zu mehr Individualisierung, Flexibilisierung und Personalisierung sieht er nicht.

acquisa: Wie kommen Unternehmen von der Komplexität zurück zur Einfachheit?

Brandes: Mit Einfachheit erreichen wir, dass die Dinge überhaupt funktionieren, dass sie nicht fehlerhaft sind oder gar scheitern. Und zudem sollen die Vorhaben effizient sein. "Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung" hat Leonardo da Vinci gesagt. Und Ikea-Gründer Ingvar Kamprad meint: "Einfachheit ist eine Tugend. Einfachheit gibt Stärke". Entscheidend ist zunächst, dass das Phänomen Komplexität überhaupt verstanden wird. Erst dann wird es möglich, den von uns vorgeschlagenen Dreischritt zu nutzen: Komplexität möglichst überhaupt zu vermeiden, sie dann möglichst umfassend zu reduzieren, um schließlich die unvermeidbare Restkomplexität zu beherrschen. Einfachheit hat zu tun mit Klarheit und Verzicht und schließlich immer mit kluger Organisation.

acquisa: Individualisierung, Flexibilisierung, Personalisierung bestimmen die aktuelle Diskussion. Wie lässt sich das mit Einfachheit zusammenbringen?

Brandes: Das sind überhaupt keine Gegensätze. Ob und wie auch immer solche Tendenzen, Methoden oder Techniken genutzt werden, es bleibt die Herausforderung der Funktionsfähigkeit und Effizienz. Flexibilisierung braucht klare und zweckmäßige Regeln. Individualisierung im Sinne einer Dezentralisierung und Übertragung von Autonomie kann eine gute Möglichkeit der Vereinfachung sein. Auch die Personalisierung, die man ja verstehen kann als eine Übertragung von Verantwortung, entspricht den Gedanken der Einfachheit.

Schlagworte zum Thema:  Management, Marketing, Big Data, Kundenservice, Handel

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