11.10.2013 | Top-Thema Interview mit Boris Lakowski

"Von der Vergütung für Sichtbarkeit hin zu Cost per Lead"

Kapitel
"Jede Interaktionsform bringt eine geeignete Werbeform hervor."
Bild: Lakowski Strategieberatung

Marketing Automation und Mobile Advertising sind weitere Schlagworte, die die Marketingabteilungen in Atem halten. Hier gibt es noch viel Luft nach oben.

acquisa: Was halten Sie von Marketing Automation? Bis zu welchem Grad lässt sich Marketing automatisieren?

Lakowski: Firmen, die standardisierte Produkte anbieten, können theoretisch viel machen, zum Beispiel Lead Nurturing. Und vielleicht wäre das aus wirtschaftlicher Sicht auch geboten. Bei komplexeren Verkaufsprozessen ist die Welt aber bisher noch sehr händisch. Dann werden die Grenzen vom Marketing Automation schnell sichtbar, erst recht, wenn es um Originalität und Kreativität geht.

acquisa: Auch wenn sich mobile Endgeräte rasend schnell verbreiten, ist in Sachen Advertising noch Luft nach oben. Welche Marketingformen sind hier denkbar? Was könnte die Zukunft bringen?

Lakowski: Jede Interaktionsform bringt eine geeignete Werbeform hervor. Und die unterscheidet sich schon zwischen Smartphone und Tablet relativ stark. Entsprechend dürfte vieles am Interesse der Nutzer scheitern. Oft wird da zu kompliziert gedacht. Das Umfeld, in dem mobile Werbung akzeptiert wird, bildet sich gerade erst heraus. Vielleicht wird es sogar relativ klassisch ablaufen mit Display Advertising, gerade in Apps. Aber bei transaktionalen Vorgängen geht es meiner Ansicht nach eher in Richtung Paid Inclusion und Provisionsmodellen, wie wir sie aus dem Affiliate Marketing kennen – im Grunde Advertising as a Service. Generell dürfte der Trend eher von der Vergütung für Sichtbarkeit hin zu Cost per Lead gehen.

acquisa: Werden Smart Watches für das Marketing eine Rolle spielen?

Lakowski: Ich denke Smart Watches werden derzeit als Accessoire zum Smartphone verkauft. Denn besonders smart sind die Uhren bisher offensichtlich nicht. Außerdem dürften sie als Schutz für das etablierte Geschäftsmodell Mobiltelefon dienen. Aber das Handgelenk ist eine der wenigen Stellen, wo man gerade bei Männern mit Wearable Technology ansetzen kann, denn das ist gelernt – auch wenn die junge Generation eher ohne Uhr aufwächst. Allein schon wegen der Displaygröße werden Smart Watches viele Funktionen nicht ersetzen. Aber sie könnten Transaktionen fördern. Wenn zum Beispiel Suchanfragen gesprochen statt eingegeben würden – Siri gibt es ja schon – dann ginge es in Richtung Transaktion und Display Advertising wäre bedroht.

Schlagworte zum Thema:  CRM, Database, Big Data, Dialogmarketing, Online-Marketing, Social Media

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