18.06.2015 | Handel

Wie Beacons am POS den Umsatz steigern können

Und wo ist jetzt der Kaffee? Mit Beacons können Einzelhändler ihre Kunden durchs Geschäft lotsen – wenn die das denn wollen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der stationäre Handel kämpft gegen die Online-Konkurrenz. deren Vorteil: Sie kennen den Kunden und sehen genau, was er sucht und kaufen möchte. Mithilfe von Beacons können stationäre Händler diese Vorteile des E-Commerce ins Ladengeschäft holen, meint Max Weiland, CEO von Beaconsmind. Er gibt ein paar Tipps für den Einsatz.

1. Verbesserte Produktsuche: Wer im Online-Shop nach gelben Pullovern sucht, sieht die gesamte Auswahl an gelben Pullovern. Im Ladengeschäft muss der Kunde sich die gesuchten gelben Pullover selber zusammensuchen. Mithilfe einer App und Beacons könnte der Kunde diese Pullover in der App suchen und über Beacons zu den unterschiedlichen gelben Pullovern im Laden geführt werden. Und sollte die gewünschte Version nicht vorrätig sein, könnte der Kunde direkt in der App des Händlers bestellen – und eben nicht nebenan beim Wettbewerber suchen oder gar bei einem Online-Händler kaufen.

2. Gutscheine und Rabatte: Online-Shops erkennen automatisiert, ob ein Kunde sich nicht zum Kauf entscheiden kann oder ob er einfach nur einen Schaufensterbummel macht. Sie spielen dann passende Einblendungen ein, mit Rabattangeboten oder Gutscheinen, um den Kunden doch noch zum Kauf zu bewegen. Der stationäre Handel könnte das mit einer beaconbasierten App auch. Nämlich immer dann, wenn der Kunde vor dem regal steht und die Ware herausnimmt, wieder zurücklegt, noch einmal in die Hand nimmt, wieder zurücklegt ... .

3. Personalisierung: Der Online-Shop-Betreiber kennt den Besucher, weil er Daten aus Surfverhalten, Kaufhistorie etc. auswertet. Die Verkäuferin im Ladengeschäft kennt den Kunden im Zweifel nicht und weiß nichts über dessen Vorlieben. App und Beacons erkennen den Kunden, wissen, was er beim letzten Mal gekauft hat und können ihm schon beim Betreten des Ladengeschäfts Empfehlungen aufs Smartphone senden.

4. Curated Shopping: (Stil)Beratung ist das Pfund, mit dem der stationäre Handel wuchert. Aber dank immer besserer Analysemöglichkeiten kennen Online-Shops ihre Kunden auf Basis von deren Daten mittlerweile sehr genau und können ganze Outfits, die zum Kunden passen, empfehlen. Das sogenannte Curated Shopping ist mittlerweile ein eigenes Geschäftsmodell. Mit der Kombination aus Datenanalyse, Beacons und der persönlichen Beratung, können Mode-Einzelhändler ihre Domäne Beratung weiter verbessern und Verkaufschancen erhöhen. 

5. Check-out und Gratifikationen: Online-Shops belohnen ihre Kunden nach dem Kauf mit Gutscheinen ihrer Handelspartner. Das erhöht die Kundenzufriedenheit, und die Online-Shops profitieren von Werbekostenzuschüssen der Partner. Das kann der stationäre Händler auch: Wenn der Kunde gezahlt hat, erhält er über die App ein Goodie, zum Beispiel ein Einstecktuch zum Anzug oder zum Sommerkleid bei Store A einen Rabatt auf die passenden Sandalen beim Handelspartner B.

6. Exit Intent: Verlässt ein Besucher den Online-Shop, ohne zu kaufen, erhält er oft noch eine letzte Botschaft vom Händler – damit er doch noch kauft oder wenigstens den newsletter abonniert. Das geht auch im stationären Handel über einen beacon, der am Ausgang platziert ist. Der Händler kann sich mittels App vom Kunden verabschieden – und ihm noch einmal ein Angebot für die Hose machen, die er so intensiv angeschaut und anprobiert hat. Die Beacon-Technologie erkennt die Kundenbewegungen im Geschäft.


Anmerkung der Redaktion: Das klingt toll, die Frage aber ist, ob Kunden solche Art Service wirklich wollen. Denn sie ist quasi mit einer Totalüberwachung verbunden. Mehr zum Thema Beacon gibt es in der kommenden Ausgabe 7/8 von acquisa. Wir sprechen mit dem Beacon-Experten Thomas Vehmeier. 

Schlagworte zum Thema:  Handel, Stationärer Handel, Mobile

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