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Handel investiert elf Milliarden Euro in Werbung

Die Ausgaben für Online-Marketing steigen weiter.
Bild: Gerd Altmann ⁄

Elf Milliarden Euro investiert der deutsche Einzelhandel ins Marketing und ist damit einer der größten Werbungtreibenden in Deutschland. Weiterhin an der Spitze des Mediamixes hält sich laut "EHI-Markenmonitor Handel 2015-2018“ gedruckte Werbung. Doch Onlinemarketing holt auf.

Für kurzfristige Umsatzsicherung seien Handzettel nach wie vor das wirkungsvollste Mittel, erklärt Marlene Lohmann, Leiterin Forschungsbereich Marketing beim EHI. Wobei sie anmerkt, dass ein Teil der stabil gebliebenen Investitionen auf die Mindestlohnregelung zurückzuführen sein könnte, die in der Flyer-Verteilung zu rund 20 Prozent Mehrkosten geführt hat.

Mit elf Milliarden Euro entsprechen die Investitionen einem Werbekostenanteil von 2,7 Prozent am gesamten Bruttoumsatz. Der Löwenanteil (rund fünf Milliarden) fließt in Media-Kosten, einen weiteren großen Anteil (3,5 Milliarden) beansprucht die Produktion. Der Rest des Budgets verteilt sich auf Kreation und Marktforschung.

Handel geht von gleichbleibendem Investitionsvolumen aus

Die Mehrheit der Händler (61,2 Prozent) geht zumindest mittelfristig davon aus, dass die Investitionen auf gleichem Niveau bleiben, knapp ein Viertel rechnet mit steigenden Kosten, und nur ein kleiner Teil (13 Prozent) glaubt an sinkende Investitionen in den nächsten Jahren.

Gedruckte Handelswerbung und Prospekte (39,6 Prozent) machen zusammen mit Kundenmagazinen (8,7 Prozent) und Anzeigen (7,2 Prozent) 55,5 Prozent der Werbeaufwendungen aus und bleiben auf Vorjahresniveau. Additive Handelswerbeformen wie Onlinemarketing (11,6 Prozent), Instore-Marketing (9,9 Prozent), Direktmarketing (9,6 Prozent) oder TV- und Radiowerbung (7,4 Prozent) teilen sich die restlichen 44,5 Prozent des Budgets.

Künftig, so die Prognose, werde die additive Handelswerbung jedoch mit 56 Prozent den größeren Anteil des Werbebudgets beanspruchen und damit klassisch gedruckte überholen. Deren Anteil könnte dann nur noch bei 44 Prozent liegen.

Die Ausgaben für Online-Marketing sind seit dem vergangenen Jahr um 17 Prozent gestiegen. In den letzten drei Jahren bedeutet das nahezu eine Verdoppelung der Investitionen. Sie liegen inzwischen mit 11,6 Prozent an zweiter Stelle der Werbeausgaben. Bis 2018 rechnen Experten mit einer weiteren Steigerung um beinahe 60 Prozent. SEO hat dabei einen Anteil von 31 Prozent und ist der größte Posten im Online-Marketing-Budget.

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Schlagworte zum Thema:  Handel, Marketing, Werbung, Online-Marketing

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