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An Printwerbung führt auch in Zukunft kein Weg vorbei

Mobile und Social zum Trotz - Printwerbung kommt bei den Verbrauchern an.
Bild: Haufe Online Redaktion

Viele Wege führen zum Kunden. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle  „Marketing Monitor“ des Ehi Retail Institute. Fazit: Die Digitalisierung des Marketing erfordert vom Handel künftig neue Strategien; er muss den optimalen Mix aus Offline- und Online-Medien finden.

Demzufolge müssen maßgeschneiderte Marketing-Lösungen her. Gemäß dem Prinzip „Werbung on Demand“ soll der Kunde in Zukunft selber entscheiden können, über welchen Kanal – und ob personalisiert oder allgemein – er informiert werden möchte. Einen Markt erkennt das Ehi Retail Institute auch in eigenen Communities als Ergänzung zu den etablierten sozialen Medien.

Informationstechnologien gelten als Treiber von Innovationen, die zum Wettbewerbsvorteil des stationären Handels werden können. Neue Kassensoftware, verbessertes Couponing oder kassengestützte Promotions werden sich demnach durchsetzen. Eine bedeutende Zukunft prognostiziert die Studie außerdem Mobile Advertising.

Prospekte ohne Alternative
Innovation hin oder her, an klassischen Printmedien wird auch in Zukunft kein Weg vorbei führen. Kataloge und Printanzeigen bleiben insbesondere im Online-Handel ein zentraler Weg zum Kunden. Digitales Marketing erhält nach wie vor nur ein kleines Stück vom Werbekuchen – trotz anhaltend großer Budgetsteigerungen. Aktuell gehen 53 Prozent der Werbebudgets in Prospekte und Magazine, für Anzeigen werden 13,6 Prozent der Budgets ausgegeben und in Direktmarketing-Aktivitäten fließen 7,4 Prozent. Wichtigster Grund für die Fokussierung auf Print sei die gute Messbarkeit der Ergebnisse, der hohe Return on Investment sowie die Tatsache, dass diese Werbeform ein bekanntes Medium für Kunden und Marketer sei.

Digitales Marketing bewegt sich noch in der Nähe der 5-Prozent-Hürde. Bis 2015 rechnen Experten jedoch mit Budgetsteigerungen um bis zu 100 Prozent. Bei diesem Szenario würden Print-Anzeigen mit Verlusten von bis zu einem Drittel auf den vierten Platz abrutschen. Auch Radio könnte nach Meinung der Befragten ein Gewinner sein: Der Anteil der hierfür geplanten Ausgaben wird von 5,5 auf 7,4 Prozent steigen.

Neue Aufteilung der Budgets
Insgesamt hält der Trend zur Verschiebung der Budgets hin zu digitalen Werbeformen an. Nimmt man alle klassischen Werbeformen zusammen – Prospekt, Magazine, Anzeigen – so soll sich deren Anteil bis 2015 von 66 Prozent auf 56 Prozent verkleinern. Dem hingegen steht ein Wachstum sogenannter Additiver Werbeformen, zu denen Instore, Online-Marketing, Radio und TV gehören, von rund zehn Prozent.

Die Studie basiert auf einer schriftlichen Befragung von 33 Marketing-Experten sowie 41 persönlichen Interviews. Insgesamt hatten sich 55 deutsche Handelsunternehmen an der Erhebung beteiligt, die mit einem Nettoumsatz von 173 Milliarden Euro gut 40 Prozent des deutschen Einzelhandels repräsentieren.

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandel, Dialogmarketing, Multichannel, Online-Marketing, Marketing

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