29.06.2012 | E-Mail-Marketing

Reputation entscheidet über Zustellrate

Spam bzw. Zustellung bleibt ein heißes Thema im E-Mail-Marketing.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die große Mehrheit aller versendeten E-Mails weltweit wird als Spam eingestuft. Internetdienstleister haben ihre Filterkriterien verfeinert, sodass die Reputation eines Versenders entscheidendes Kriterium für die Zustellrate ist. Return Path hat zum Thema eine Studie veröffentlicht.

Der Spezialist für E-Mail-Zertifizierung und –Reputation hat für seine Studie „Sender Reputation Benchmark-Report: Reputation als Schlüssel“ mehr als 130 Millionen IP-Adressen und fast 20 Billiarden E-Mails ausgewertet. Demzufolge landen 85 Prozent aller weltweit versendeten E-Mails im Spam-Ordner, weil der Sender-Score-Index des Unternehmens, den Internetdienstleister (ISPs) für die Entscheidung zur Zustellung einer E-Mail heranziehen, zu schlecht ist. Oftmals landen aber auch eigentlich legitime Marketing-E-Mails in den immer engmaschiger werdenden Filtern; dies lässt sich ausschließlich durch eine gute Reputation verhindern.

Mails von Versendern mit hoher Reputation, beziehungsweise Sender-Scores oberhalb von 90, erzielen im Durchschnitt eine Zustellrate von 95 Prozent. Liegt dieser Wert jedoch nur zwischen 60 und 89, landen lediglich rund 69 Prozent der Mails im Posteingang. Die drei zentralen Faktoren für eine Reputation sind demnach „unbekannte Nutzer“ (E-Mails, die an nicht mehr existente Posteingangsfächer verschickt werden), „Beschwerden“ (Nachrichten, die von Nutzern als Spam markiert wurden) sowie „Spamfallen“ (von ISPs zur Überführung von Spammern eingerichtet).

Unternehmen müssten ihre Reputation genau im Auge behalten, rät Matt Blumberg, CEO von Return Path. Die Branche erziele bei der Unterbindung von Massenspam große Fortschritte. So nutzten ISPs immer engmaschigere Spamfilter, die für E-Marketer die Zustellung legitimer Marketing-E-Mails weiter erschwerten. Infolgedessen würden E-Marketer mit niedrigen Sender Scores zwischen 50 und 70 oft zu unrecht als Spammer identifiziert. Der wichtigste Faktor für die Zustellung an den Posteingang sei deshalb eine hohe Reputation.

Spamfallen-Risiko Soziale Netzwerke

Für die meisten Branchen entspricht die Reputation der E-Mail-Versender ungefähr den globalen Durchschnittswerten. Eine auffällige Abweichung zeigt jedoch die hohe Zahl der Spamfallen-Treffer bei E-Mails, die von Sozialen Netzwerken versendet wurden. Grund: Soziale Netzwerke nutzen meist die Adressbücher ihrer Teilnehmer als eines der zentralen Tools, um ihren Nutzerkreis zu erweitern. Viele dieser Adressbücher werden jedoch nicht konstant gepflegt und enthalten deshalb eine Vielzahl inaktiver Adressen und unbekannte Nutzer, die ein hohes Spamfallen-Risiko darstellen. Neben Sozialen Netzwerken schneiden aber auch Anbieter von Online Gaming schlecht ab. Die höchsten Beschwerderaten mit mehr als drei Prozent verbuchen darüber hinaus auch Banken sowie der Online-Einzelhandel.

Reputation optimieren
Um nicht ins Kreuzfeuer zwischen Spammern und ISPs zu geraten, sollten E-Marketer es vermeiden, auch nur den Anschein eines Spammers zu erwecken. Dazu müssen sie ihre Reputation aufmerksam beobachten und die Kriterien, die die Reputation beeinflussen, ständig optimieren. Dazu sollte zunächst der eigene Sender Score ermittelt werden. Versender und Empfänger können sich dazu kostenlos bei senderscore.org registrieren und erhalten Zugriff auf die entscheidenden Kennzahlen. Auf Basis dieser Daten können sie schließlich Maßnahmen ergreifen, die ihre Zustellraten positiv beeinflussen.

Schlagworte zum Thema:  E-Mail-Marketing, Direktmarketing, Dialogmarketing

Aktuell

Meistgelesen