30.08.2012 | Interview mit Felix Grundel

"Die E-Mail begleitet den Kunden"

"Wir erreichen die E-Mail-Empfänger immer öfter mobil."
Bild: Tripicchio AG

E-Mail-Marketing bleibt einer der effizientesten Dialogmarketingkanäle, auch in Zeiten von Social Media und Smartphones. Wir haben uns mit Felix Grundel, Vorstand von Fabio Tripicchio E-Mail-Marketing, über neue Trends und das alte Problem Spam unterhalten.

acquisa: Welche Rolle kann E-Mail-Marketing bei der Begleitung des Kunden durch den Customery Journey spielen?

Felix Grundel: Im Mittelpunkt steht die Conversion - wie erreiche ich den Kunden und motiviere ihn zu Klick, Kauf, Buchung, Messezusage etc. Dazu muss ich wissen, in welcher Kauf-Entscheidungsphase sich der einzelne Empfänger gerade befindet, denn der potenzielle Kunde möchte individuell angesprochen und mit den für ihn relevanten Informationen versorgt werden. Dies erfordert ein schlüssiges, aussagekräftiges und vor allem medienübergreifendes Gesamtkonzept. Welche Aufgabe die E-Mail dabei hat? Sie begleitet den Kunden und kann ihn zum richtigen Zeitpunkt mit der relevanten Information bedienen. Triggerbasierte E-Mails spielen hier eine der wichtigsten Rollen. Egal, ob stationär oder mobil: Für mich ist die E-Mail nach wie vor eine der effizientesten Kommunikationsformen, um Kunden unabhängig vom Endgerät zu erreichen.

acquisa: Wie wirkt sich die mobile Nutzung auf das E-Mail-Marketing aus? Welche anderen Trends lassen sich im E-Mail-Marketing beobachten?

Grundel: Nach unserer Erfahrung sind viele Tipps, Insights und Lösungen für mobiles E-Mail-Marketing am Markt nicht sehr belastbar. Deshalb haben wir intern mit unserem Partner XQueue einige tausend Kampagnen analysiert, um solide und vor allem auch nachvollziehbare Ergebnisse zu bekommen:

Die Öffnungsrate ist vergleichbar mit der auf stationären Endgeräten. Allerdings gehen die Klickraten extrem zurück. Das kann verschiedene Gründe haben. Die Clickability ist sicher ein wesentlicher Faktor, aber auch das Thema „Responsive Design“ wird sehr bedeutsam werden.

Wir haben festgestellt, dass in großen B2C-Verteilern der Anteil mobiler Öffner aktuell um knapp 10 Prozent pro Jahr wächst. Deshalb hat uns besonders interessiert, ob und wie E-Mail-Devices parallel genutzt werden. Das Ergebnis: Während bei B2C-Verteilern die doppelte Nutzung bei ca. 35 Prozent liegt, erreicht man bei B2B nur 25 Prozent. Interessant ist auch das Ergebnis auf die Frage, wann "mobile E-Mails" gelesen werden. Zwischen 9-18 Uhr lesen knapp 22 Prozent der Empfänger, im Zeitfenster von 18-9 Uhr erhöht sich der Anteil auf ca. 28 Prozent. Dabei ist die Reaktionsgeschwindigkeit - gemessen an der Öffnung - innerhalb der ersten 12 Stunden deutlich höher als bei stationären Endgeräten. Oft hört man auch, dass mobile Emails "vorsortiert werden". Diese Aussage können wir nicht bestätigen. Es ist vielmehr so, dass die Empfänger kräftig "aussortieren". Unsere Zahlen belegen, dass nur 0,76 Prozent der Nutzer sich eine "mobile Email" später noch mal auf einem stationären Gerät ansehen.

Fakt ist: Wir erreichen die E-Mail-Empfänger immer öfter mobil. Deshalb muss man meiner Meinung nach an speziellen mobilen Inhalten arbeiten und dabei sowohl den Markt als auch die kundenindividuellen Gegebenheiten genau analysieren.

Und wir sehen ein erhebliches Potential in mobilen Anmeldeprozessen, insbesondere im B2B-Bereich zum Beispiel auf Messen und bei Events, im B2C Bereich zum Beispiel am POS und bei Events. Mithilfe von QR-Codes lässt sich die Offline-Welt wunderbar mit der digitalen Welt verknüpfen und zwar medienübergreifend.

acquisa: Wie stellt sich die Spamfilter-Problematik derzeit dar?

Grundel: Spam gehört inzwischen zum E-Mail-Alltag einfach dazu. Als Versender nehmen wir dieses Thema sehr ernst und überprüfen genauestens die Zustellraten und Abmeldeklicks unserer Aussendungen.

Wir setzen konsequent auf Permission Marketing und auf den systematischen Aufbau der Sender-Reputation. Dem Effekt des „gefühlten Spams“ können wir zum Beispiel durch Verteiler mit hoher Response-Freude entgegenwirken. Denn Informationen, die für den Empfänger interessant und nützlich sind, werden nicht als Spam wahrgenommen. Ein professionelles Beschwerdemanagement sorgt dafür, dass Feedback schnell verarbeitet wird. Mit umfassenden Spamfilter-Checks vor jedem Versand stellen wir sicher, dass die Informationen auch dort ankommen, wo sie erwartet werden. Denn unser Ziel ist immer eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Empfänger und Sender.

Schlagworte zum Thema:  E-Mail-Marketing, Dialogmarketing, Mobile Marketing

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