"Bei der E-Privacy-Verordnung geht es um die Vertraulichkeit der Kommunikation, das ist etwas anderes als Datenschutz." Bild: Haufe Online Redaktion/Andreas Mann

Im Mai 2018 tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Darauf müssen sich Unternehmen jetzt vorbereiten. Auch mit der E-Privacy-Verordnung sollten sie sich beschäftigen. Wir haben uns mit Dr. Sachiko Scheuing, Vorstandsvorsitzende der FEDMA und Europäische Datenschutzbeauftragte von Acxiom Deutschland, über die nötigen Schritte unterhalten.

Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tritt im Mai 2018 in Kraft. Sind die Unternehmen darauf schon richtig vorbereitet?

Ich hoffe das! Es ist nur noch ein Jahr Zeit. Unser gesamtes Team und ich arbeiten rund um die Uhr, legen Spätschichten ein und arbeiten an den Wochenenden. Das ist für viele Datenschützer auf dieser Welt gerade Teil ihres Lebens – wer sich nicht richtig vorbereitet, wird ein Problem bekommen.

Mehr zum Thema: Sachiko Scheuing nimmt am 22. Juni 2017 an einer Podiumsdiskussion zur DSGVO im Rahmen der Co-Reach teil. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Welches sind denn die wichtigsten Neuerungen?

Das Allerwichtigste ist die Datenschutzfolgenabschätzung. Dafür müssen Unternehmen mögliche Risiken der Datenverarbeitung kennen und Maßnahmen treffen, diese zu minimieren. Es ist nicht einfach zu erkennen, wo die Risiken liegen.

Was ist denn in diesem Fall mit Risiko gemeint? Datenmissbrauch?

Missbrauch? Nein. Wenn man Daten nutzt, muss man verschiedene Aspekte abwägen. Das sogenannte berechtigte Interesse wird für die Nutzung künftig eine sehr wichtige Erlaubnisgrundlage sein; "berechtigtes Interesse" heißt nicht: Weil ein Unternehmen ein Interesse hat, darf es mit den Daten alles machen. Das Unternehmen muss sein Interesse gegen das Interesse der Verbraucher abwägen. Mit der neuen DSGVO muss man diesen Prozess auch dokumentieren und nachweisen. Auf diese umfassende Dokumentation sollten sich Unternehmen jetzt schon vorbereiten. Denn sie ist sehr ressourcenintensiv. Wenn man erst im Jahr 2018 damit anfängt, ist es zu spät.

(...)

Wir leben in einer globalisierten Welt mit grenzüberschreitendem Handel. Ist es da überhaupt noch sinnvoll, eine auf einen Kontinent oder Wirtschaftsraum beschränkte einheitliche Gesetzgebung zu stricken – müsste es nicht eine weltumspannende Vereinheitlichung geben?

Lassen Sie uns mit Europa anfangen und Schritt für Schritt denken. Es ist schon ein ganz wichtiger Schritt, dass die Kommission die Strategie eines Digital Single Market – eines europäischen digitalen Binnenmarkts – verfolgt und ein Paket von Gesetzen verabschiedet hat, mit dem die europäische Wirtschaft ein höheres Wachstum erreichen und den Freihandel innerhalb des europäischen Raums noch aktivieren kann. Lassen Sie uns nicht vergessen: Mit rund 50 Prozent des gesamten Exportvolumens ist Europa der größte Handelspartner Deutschlands.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Database, Big Data, Marketing, Online-Marketing

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