28.10.2014 | Drupa-Studie

Druckbranche tut sich schwer mit dem digitalen Wandel

Bei zielgenauer Direktwerbung verzeichnet die Branche einen Zuwachs.
Bild: Messe Duesseldorf, Constanze Tillmann

Der "Drupa Global Insights" Report belegt es: Die Druckbranche hat sich noch nicht adäquat auf die Digitalisierung eingestellt. Einerseits verschiebt sich die Nachfrage, andererseits die eigenen Marketing- und Vertriebsstrukturen.

Vor allem die Nachfrage nach konventionellen, nicht-digital gedruckten Produkten schwächelt: Fast die Hälfte der Befragten vermelden hier einen Rückgang. Bei 21 Prozent der Firmen steigt die Nachfrage allerdings.

Den stärksten Rückgang verzeichnet der Verlagsdruck. Denn den größten Teil der Ausgaben für Druckerzeugnisse generiert die Werbung, daher hat die stetige Verschiebung von Print zu Online besonders drastische Folgen.

Probleme mit der IT

Doch das Umdenken dauert: Lediglich 23 Prozent des Drupa-Expertenpanels verzeichnete in den letzten fünf Jahren einen Anstieg seiner IT-Ausgaben, und praktisch alle befragten Entscheidungsträger konstatieren einen Mangel an IT-Fachkräften.

Konkret reagieren die Akzidenzdruckereien auf den digitalen Wandel, indem sie neue Dienstleistungen wie Web-to-Print, Kundendatenmanagement oder Digital Asset Management in ihr Portfolio aufnehmen. Die Verlagsdrucker wiederum stellen sich diesen Herausforderungen, indem sie Print-on-Demand oder kleinauflagigen Digitaldruck anbieten (hier konnte ein Wachstum von jeweils über 50 Prozent verzeichnet werden), sich an E-Commerce-Prozessschritte anpassen oder das Kundendatenmanagement übernehmen.

Im Bereich des Katalogdrucks berichten 47 Prozent der Befragten von sinkenden Absätzen für konventionelle Printprodukte, 15 Prozent verzeichneten einen Anstieg. Gute Nachrichten gibt es bei versionierten Katalogen: Hier meldeten 47 Prozent einen Anstieg, 60 Prozent verzeichneten einen Anstieg bei Kleinstauflagen. Der Trend geht weg von der Massenproduktion statischer Printprodukte hin zu einem ständig wachsenden Anteil kleinerer Digitaldruck-Aufträge bis zum kundenindividuellen Einzelexemplar.

Variabler Datendruck nimmt zu

Variabler Datendruck ist die wichtigste Voraussetzung, um den veränderten Kundenwünschen optimal entsprechen zu können. Beim Digitaldruck erwarten die Experten dem entsprechend eine Verdoppelung des bestehenden digitalen Printvolumens auf ein Gesamtvolumen von 14 Prozent bis zum Jahr 2017. Derzeit bieten 72 Prozent der befragten Akzidenzdruckereien variablen Datendruck an.

Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung ist der wachsende Markt für interaktiven Druck (QR-Codes, Augmented Reality etc.). Ein Drittel der Panelmitglieder bietet mindestens eine solche Dienstleistung an.

Doch so richtig in Schwung kommt das digitale Geschäft bislang nicht: Lediglich 14 Prozent wickeln mehr als 25 Prozent ihrer Aufträge interaktiv ab.

Über 1.000 internationale Top-Entscheider der Druckindustrie haben im Frühjahr 2014 an der Online-Befragung teilgenommen. Durchgeführt wurde sie von Printfuture und Wissler & Partner im Auftrag der Messe Düsseldorf als Veranstalter der Drupa.

Schlagworte zum Thema:  Mailing, Direktmarketing, Dialogmarketing

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