28.06.2016 | Interview mit Ibrahim Evsan

„Digital Leadership ist schwer zu erreichen, doch Connected Leadership kann jeder“

Gerade im Umgang mit neuen Trends ist das Mindset eines Digital Leaders mehr als entscheidend.
Bild: Evsan, Ibrahim

Digital Leader sind anerkannte Influencer im Zeitalter der digitalen Revolution. Dabei müssen Führungskräfte nicht unbedingt als Sprachrohr und Meinungsmacher in der Zielgruppe fungieren. Oft reicht es aus, wenn man als Experte wahrgenommen wird. Denn nicht jeder erreicht den Status eines Influencers. Doch jeder Manager kann aktiv Connected Leadership betreiben, erklärt Ibrahim Evsan. Der Experte für Digital Leadership und Social Media tritt am 29. und 30. Juni im Rahmen der Dialogmarketingmesse "Co-Reach" als Keynote Speaker auf.

Fähigkeiten eines Digital Leaders

Im Zeitalter der digitalen Transformation wird dem Digital Leader eine klare Führungsrolle zugesprochen. Welche Fähigkeiten umfasst Digital Leadership?

Digital Leadership bedeutet, sich im Zentrum des digitalen Wandels aufzuhalten, und dort einen 360 Grad Überblick zu haben: Ein Digital Leader kennt die neusten Kommunikations- und Technologie-Trends und kann abschätzen, welchen Beitrag die Veränderungen zur Innovationsförderung im Unternehmen leisten können. Zudem sollten Manager eine gewisse Neugier mitbringen - mit den Trends spielen und sie ausprobieren wollen.

Zudem sollten Manager über die notwendige Erfahrung im API-Management verfügen - einer der wichtigsten Aspekte in der Integration neuer IT-Infrastrukturen im eigenen Unternehmen. Durch die digitale Transformation steigt die Anzahl der Integrationen neuer Tools und Plattformen in das eigene System deutlich. Damit ist es für die Entscheidungsträger unerlässlich, sich Grundkenntnisse in der Schnittstellen-Programmierung anzueignen.

Im Bereich Datenmanagement sollten Digital Leader verstehen, wie Rohdaten zu aussagekräftigen Schaubildern konfiguriert werden können. Dieses Verständnis verschafft ihnen das notwendige Hintergrundwissen für den Entscheidungsprozess. Weiterer Bestandteil von Digital Leadership ist die Definition notwendiger Berufsbilder für die digitale Transformation im Unternehmen. Damit liegt die Verantwortung beim Digital Leader, Berufsbilder wie den Big Data Manager, zu entwickeln, und deren Aufgabenspektrum zu definieren. Erst dann ist eine gezielte Ausbildung und künftige Förderung dieser Berufsbilder durch das Unternehmen möglich.


Neugier gilt für Digital Leader als wichtige Eigenschaft. Doch was gehört noch dazu? Und wie bekomme ich das Mindset eines Digital Leaders?

Gerade im Umgang mit neuen Trends ist das Mindset eines Digital Leaders mehr als entscheidend. Nur mit Neugier und völliger Offenheit können Manager die Trends, bezüglich der Relevanz für das Unternehmen, vorurteilsfrei bewerten. Dazu gehört auch, sein Daily Business hinter sich zu lassen, und in die Startup-Kultur einzutauchen: Nur durch crossmediales Vernetzen wird man Teil des Ecosystems. Erst der Besuch von Startup-Nights oder Barcamps ermöglicht den Manager den unmittelbaren Kontakt mit der Generation Y - die Kernzielgruppe, die den digitalen Wandel maßgeblich mitbestimmt: Diese Generation programmiert kontinuierlich immer spitzere Lösungsansätze für Nischenmärkte. Und durch die schnelle Bereitstellung der Softwarelösungen über das Internet, können kleinste Apps die Welt verändern. Das zwingt die Manager, global zu denken, ihre Strategien in einem internationalen Rahmen einzubetten.

Connected Leadership

Was sind die zentralen Trends, die ein Digital Leader kennen sollte?

Connected Leadership ist eines der aktuellen Kernthemen für alle Manager: Es bedeutet, sich in den für seine Zielgruppe relevanten Netzwerken auffallend zu positionieren – eine langfristige Aufgabe, die nur durch frühes crossmediales Networking gelingen kann. Dabei muss ein Digital Leader nicht unbedingt als Sprachrohr und Meinungsmacher in der Zielgruppe fungieren. Oft reicht es aus, wenn er als Experte wahrgenommen wird. Denn nicht alle erreichen den Status eines Influencers. Doch jeder Manager kann aktiv Connected Leadership betreiben.


Ob neues soziales Netzwerk oder selbstfahrendes Auto, kontinuierlich durchdringen digitale Änderungen den Markt. Welche sind die drei größten Disruptionen, mit denen Digital Leader zu kämpfen haben?

Viele technische Innovationen werden mittlerweile als selbstverständlich angesehen, wie die Entwicklung jeder beliebiger Software nach den gewünschten Anforderungen. Dabei zählen künstliche Intelligenz, Robotics und Big Data zu den Bereichen, wo wir in den kommenden zehn Jahren die einschlägigsten Innovationssprünge erleben werden: Der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz, im Zusammenhang mit Robotics, wird zum Beispiel für einen Situationswandel am Arbeitsmarkt sorgen: Denn Chat-Bots werden den Großteil des Kundenservices übernehmen. Noch sind wir es, die die Maschinen mit Wissen füttern. Doch bald werden wir zunehmend unser Wissen von den Maschinen beziehen. Des Weiteren wird Big Data als bereichsübergreifende Entscheidungsgrundlage immer unverzichtbarer: Geschlossene Systeme wird es künftig nicht mehr geben. Vielmehr werden Universal-APIs für eine schnelle flächendeckende Vernetzung aller Systeme sorgen.


Weitere Infos zum Beitrag „Digital Leadership: Was Sie in der digitalen Welt erfolgreich macht“ finden Sie hier.


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