| Digitaler Dialog

DAX-Unternehmen versagen beim E-Mail-Marketing

Beim E-Mail-Marketing bleibt vieles im Argen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der direkte Dialog zwischen Unternehmen und Kunden oder Interessenten ist vielfach verbesserungsfähig. Das gilt einer Studie von Absolit Consulting zufolge auch für die DAX-30-Unternehmen. Nur drei von 100 versendeten E-Mails sind demnach rechtskonform.

Eigentlich werden Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in börsennotierten Unternehmen systematisch koordiniert. Der direkte Dialog mit (potenziellen) Kunden fristet jedoch ein Schattendasein. Das besagen zumindest folgende Zahlen, die Absolit gerade veröffentlicht hat. Untersucht wurde das E-Mail-Marketing anhand 40 verschiedener Kriterien, darunter Pflichtfelder bei der Anmeldung, Datenschutzaufklärung, Impressum, Abmeldeprozess sowie Lesbarkeit auf mobilen Devices. So hätten selbst große DAX-Unternehmen zum Teil keinerlei Erfahrung im Versand professioneller Newsletter, konstatiert Studienautor Torsten Schwarz.

Schon die Anmeldung zum Newsletter kann eine Herausforderung sein, weil jedes dritte Unternehmen dazu keinerlei Hinweis auf der Startseite hat. Einige verlangen, dass vorab ein Kundenkonto eröffnet werden muss.

Kundendaten werden zu selten für den weiteren Dialog genutzt

Auch die rechtlichen Anforderungen werden oft nicht erfüllt Im Durchschnitt werden nur 61 Prozent der gesetzlichen Vorgaben eingehalten. So missachtet beispielsweise jedes fünfte DAX-Unternehmen die Vorschrift, E-Mail-Adressen noch einmal bestätigen zu lassen (Double Opt-in).

In Zeiten von Big Data ist es zudem Standard, Daten zu erheben und zu nutzen. Ersteres erledigen immerhin 97 Prozent der Unternehmen, jedoch nutzt nur jedes zweite diese Daten auch, um Angebote zu personalisieren. Selbst dann, wenn nach dem Namen gefragt wurde, lautet die Anrede in der E-Mail oft nur „Lieber Kunde“.

Zu den E-Mails selbst liefert die Studie zwei weitere Hiobsmeldungen: Nach Anmeldung versenden nur 14 Prozent eine Willkommens-E-Mail, damit werden 86 Prozent der Interessenten im Unklaren darüber gelassen, wie es weiter geht. Zum Vergleich: Im Versandhandel verschicken 83 Prozent eine Willkommensnachricht, jedes fünfte Unternehmen hat sogar ein Willkommensprogramm. Zudem haben 65 Prozent ihre E-Mails nicht für mobile Geräte optimiert.

Zu den untersuchten Unternehmen gehören die Allianz, Bayer, BMW, die Commerzbank, Deutsche Telekom, Lufthansa und SAP.


Weiterlesen:

E-Mail-Marketing: Best-Practice-Guide des DDV neu aufgelegt

E-Mail-Marketing-Benchmark gibt Orientierung

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Dialogmarketing, E-Mail-Marketing

Aktuell

Meistgelesen