23.11.2015 | Marketing

Ein nettes Logo reicht zur Differenzierung nicht mehr aus

Nicht allein das Logo macht die Strahlkraft und Wiedererkennbarkeit einer Marke aus.
Bild: Coca-Cola Deutschland

Marken wie Abercrombie & Fitch, Coca-Cola und Apple verzichten neuerdings entweder in Kampagnen oder zum Teil auch vollständig auf ihre bekannten Logos. Eva Missling, General Manager Europe von 99designs, geht der Frage nach, ob das Logo ausgedient hat.

Wer Anfang der 2000er Jahre Abercrombie & Fitch als Marke für sich entdeckt hat, kann sich sicher noch an das Logo erinnern: Die Silhouette eines Elches. Egal ob auf Unterwäsche oder T-Shirts, auf allen Kleidungsstücken fand sich das eingängige Motiv wieder. Doch 15 Jahre später hat die Marke ihren symbolischen Wert eingebüßt. Der Elch hat seine Coolness verloren, aber vor allem ist die junge Zielgruppe heutzutage nicht mehr an Logo-zentrierten Marken interessiert – sie bevorzugen H&M und Zara. Daher hat der Geschäftsführer des Unternehmens 2014 bekanntgegeben, dass das Logo auf sämtlichen in den USA verkauften Produkten nicht mehr zu finden sein wird. Geblieben ist die Wortmarke Abercrombie & Fitch.    

Das No-Logo-Phänomen breitet sich aus

Das Ohne-Logo-Phänomen ist aber nicht nur im Modebereich ein Thema, sondern setzt sich auch in anderen Branchen fort. So hat beispielsweise Coca-Cola im Nahen Osten seinen Namensschriftzug durch den Satz “Logos are for cans not for people” ersetzt oder sogar gänzlich auf Sprache verzichtet und allein die rote Farbe kombiniert mit dem geschwungenen weißen Band sprechen lassen. Diese Marketingkampagne folgte der in westlichen Ländern, bei der der Schriftzug durch "Trink ’ne Coke mit" ersetzt wurde und Coca-Cola-Fans Flaschen mit ihrem eigenen Namen branden konnten.

Wie Coca-Cola verzichtet auch Apple auf Beschriftungen auf seinen Geräten. Bis 2013 befand sich am unteren Bildschirmrand der Mac Books die Bezeichnung des Gerätes, die bei aktuellen Geräten weggefallen ist. Nur noch auf der Rückseite der Devices befindet sich das markante Apple-Symbol.

Ihnen, aber auch anderen Marken wie Burberry, McDonald’s und Ikea, ist es gelungen, "mehrwertige" Marken zu entwickeln, für die das klassische Logo entbehrlich geworden ist. Ihr Branding profitiert von zahlreichen Charakteristika, die sie eindeutig der jeweiligen Marke zuordnen lassen.

Schlagworte zum Thema:  Marketing, Markenführung, Marke

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