18.10.2012 | Call-Center

Arbeitskräftemangel spitzt sich weiter zu

Viele Stühle bleiben in deutschen Call-Centern unbesetzt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Mehr als 20.000 Stellen sind in deutschen Call Centern derzeit unbesetzt. Gesucht werden neben Agents auch Stabs- und Führungskräfte. Besonders groß ist der Arbeitskräftemangel in der Hauptstadt, wo die Nachfrage nach qualifiziertem Personal im letzten Jahr um das Dreifache gestiegen ist.

Deutschlandweit ist die Nachfrage nach Call-Center-Mitarbeitern seit letztem Oktober um vier Prozent gestiegen. Die vergleichsweise enorme Zahl offener Stellen in Berlin habe verschiedene Ursachen, erläutert Manfred Stockmann, Präsident des Call Center Verbands Deutschland (CCV). So hätten sich beispielsweise viele neue Call-Center aufgrund des attraktiven Standortes angesiedelt.

Gegen den Arbeitskräftemangel müssten neue Konzepte her, um Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden. Dazu setze der CCV beispielsweise auf Bustouren zu Call-Centern mit dem Ziel, Erwerbslosen einen Einblick in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Vorurteile über den Arbeitsplatz Call-Center sollen dabei aus der Welt geschafft werden. Außerdem arbeitet der Verband daran, Vorbehalte gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen, damit diese an die Arbeit im Dialogmarketing herangeführt werden können. Um Lohndumping zu verhindern und verbindliche Lohnuntergrenzen einzuführen, wird gerade an der Gründung eines eigenen Arbeitgeberverbands gearbeitet.

Neben Agents werden auch Stabs- und Führungskräfte wie Trainer, Coaches und Teamleiter gesucht. Der Anteil offener Stellen für diese Positionen beträgt aktuell 41,43 Prozent, in Berlin sogar 55 Prozent. Entspannter zeigt sich die Situation im Saarland sowie in Hessen, wo die Zahl unbesetzter Stellen um 50 beziehungsweise 40 Prozent gesunken ist.

Schlagworte zum Thema:  Dialogmarketing, Telefonmarketing

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