01.09.2016 | Top-Thema Audiobranding: Was besser klingt, darf teurer sein

Automarken sind Meister des Audiobranding

Kapitel
Die Klänge eines Autos entstehen im Labor.
Bild: Haufe Online Redaktion

Aus Molekülen in der Luft, die mal schneller, mal langsamer auf unser Trommelfell platzen, lässt sich ganz schön viel Umsatz machen.

Beispiel gefällig? "Ein kurzer Druck auf den Startknopf, dann ein dumpfes Wummern mit feinnervigen Untertönen. Deutlich zu hören, dass hier feinste Mechanik zwar lautstark, aber kultiviert zu Werke geht. Eine sachte Berührung des Gaspedals und der Motor bellt heiser, fast schon erleichtert auf. Einmal im moderaten Reisetempo angekommen, wird die Fahrt untermalt von einem satten, zufriedenen Surren. Erst bei 330 km/h endet der Vortrieb. Entsprechend triumphal korrespondiert der Sound mit der Höhe der Drehzahl. Verzögern und Herunterschalten lassen den akustischen Sturm irgendwann abklingen. Die Gänsehaut bleibt."

Poetisch wie sonst nur bei guten Weinen wird hier der "Sound of Performance" des Audi R8 V10 beschrieben: ein akustisches Statement gegen die Langsamkeit. "Die Kraft, die Beschleunigung, die Technologie eines Sportwagens muss man nicht nur spüren. Man muss sie auch hören können", sagt der Prospekt.

Das Audiobranding entsteht im Labor

Wie man aus den Ansauggeräuschen des Motors und dem Mündungsklang am Auspuff eine unverwechselbare Symphonie komponiert, das hat ziemlich wenig mit reiner Mechanik zu tun. Der Zielsound dafür wird in Akustiklaboren entwickelt.

So kommt es zum Beispiel, dass man eine Harley schon hört, bevor man sie sieht. Bei Porsche und Ferrari funktioniert das genauso. Die Sportlichkeit eines Fahrzeugs wird unter anderem an der gezielt herbeigeführten Erhöhung des Geräuschpegels beim Gasgeben gemessen.

Viel Wert wird auch auf weitere Geräusche gelegt: das Einrasten der Schalter, das Betätigen der Reglerknöpfe und Fensterheber sowie der von einem kleinen Lautsprecher erzeugten Ton der Blinker, die im Takt der Leuchtlampe ticken. Das warme, satte Geräusch beim Türzuschlagen will schließlich sagen: Gut angekommen. Häkchen dran. Das wäre mal wieder geschafft.

Schlagworte zum Thema:  Marketing, Markenführung, Marke

Aktuell

Meistgelesen