Entgegen vieler Befürchtungen werden durch die Digitalisierung Arbeitsplätze geschaffen statt abgebaut. Bild: Corbis

Drei Viertel der Unternehmen, die auf Künstliche Intelligenz (KI) setzen, steigern ihre Umsätze um rund zehn Prozent und führen dies direkt auf die Einführung der Technologie zurück. Dies geht aus einer Umfrage von Capgemini hervor.

Für die Studie "Turning AI into concrete value: the successful implementers‘ toolkit“ wurden fast 1.000 Unternehmen mit einem Umsatz von über 500 Millionen US-Dollar befragt. Sie setzen entweder im Rahmen eines Pilotprojektes auf KI oder bereits in größerem Stil.

Uneingeschränkt zufrieden sind die Unternehmen trotz Umsatzsteigerungen mit den Ergebnissen dennoch nicht. Die Studie führt dies darauf zurück, dass viele naheliegende Nutzungsaspekte vielfach nicht berücksichtigt werden. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) konzentriert sich auf komplexe Projekte mit hohem Nutzen, sogenannte Need-to-do-Anwendungen. Dazu gehören Themen rund um den Kundenservice oder autonomes Fahren. Demgegenüber stehen 46 Prozent sogenannte Must-do-AI-Anwendungen mit hohem Nutzungspotenzial und geringer Komplexität. Beispiele hierfür sind unter anderem Fehlererkennung und Performance-Management, die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder der Einsatz von Chatbots und virtuellen Assistenten.

KI vereinfacht Interaktion mit dem Kunden

Außerdem können Unternehmen mit KI-Lösungen zum Beispiel im Kundendienst E-Mails autonom klassifizieren und so Zeit für stärker wertschöpfende Tätigkeiten gewinnen. Würden Unternehmen beides gleichzeitig anpacken, hätten sie einen deutlich höheren Geschäftsnutzen, so die Studie. So würden beispielsweise Unternehmen, die viele Must-do-Anwendungsfälle realisieren, ihren Ausschuss um bis zu 26 Prozent senken können.

Aber nicht nur der Absatz ist ein Grund, um auf KI-Anwendungen zu setzen: Technikaffine Unternehmen steigern ihre operative Leistungsfähigkeit und gewinnen Branchen-Insights. Zudem wird die Interaktion mit den Kunden vereinfacht. Das Kundenerlebnis ist ein weiterer Schwerpunkt von Artificial Intelligence (AI): 73 Prozent gehen davon aus, dass die Kundenzufriedenheit profitiert, 65 Prozent erkennen positive Auswirkungen auf die Kundenbindung.

Personalisierte Kundenansprache: Wie Künstliche Intelligenz sie verbessern kann

Im Ländervergleich zeigt sich, dass deutsche Unternehmen bei der produktiven Anwendung von KI im weltweiten Vergleich auf einem vorderen Platz liegen. Mit 40 Prozent der Unternehmen, die KI im großen Stil einsetzen, liegt Deutschland zwar hinter Indien, Australien und Italien, jedoch vor den USA, den Niederlanden und Frankreich.

Mehr Arbeitsplätze für qualifizierte Mitarbeiter

Und auch dieses Fazit liefert die Studie: Anders als befürchtet, führt der Einsatz von KI-Technologien nicht zu massivem Stellenabbau. Im Gegenteil: 83 Prozent der weltweit befragten Unternehmen sagen, dass dadurch neue Aufgaben und somit Jobs in ihren Organisationen geschaffen werden. Dies sind in erster Linie Aufgaben für erfahrene Kräfte, zwei von drei Stellen entstehen im Führungskräfteumfeld. KI spart Zeit, die die Menschen bisher für repetitive Aufgaben aufwenden und erlaubt ihnen, sich auf die Mehraufgaben zu konzentrieren, bei denen die menschliche Intelligenz Mehrwert schafft, erklären die Experten.

Dementsprechend bildet die Mehrheit der befragten Organisationen (71 Prozent) ihre Mitarbeiter aktiv in Umschulungen und Weiterbildungen aus. Bei den Befragten, die KI in großem Stil einsetzen, glaubt die überwiegende Mehrheit, dass KI komplexe Arbeiten vereinfacht (89 Prozent) und intelligente Maschinen und Menschen in ihren Unternehmen Seite an Seite existieren werden (88 Prozent).

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Digital Leadership, CRM, Unternehmen

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