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Unternehmen unter Druck

Die Lage wird ernst für die Versicherungsbranche. Neue Technologien müssen her.
Bild: Haufe Online Redaktion

Versicherer hinken anderen Branchen hinterher. Neu ist das nicht. Eine aktuelle Studie belegt, dass nun Nicht-Versicherungsunternehmen den Druck zusätzlich erhöhen, weil sie Versicherungsleistungen bieten, die deutlich stärker auf den Kunden ausgerichtet sind.

Viele Branchen bieten ihren Kunden Services wie mobile Anwendungen oder Online-Support rund um  die Uhr. Die meisten Versicherer können mit ihren Serviceleistungen nicht mithalten. Die Studie "The Way Forward: Insurance in the Age of Customer Intimacy and the Internet of Things" von SAP und der Economist Intelligence Unit (EIU) sollte die Branche nun alarmieren, denn sie belegt, dass immer mehr Nicht-Versicherungsunternehmen Versicherungsleistungen bieten, die deutlich stärker die Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen und den Konkurrenzdruck deshalb noch einmal deutlich erhöhen.

Versicherungen: Google und Amazon als größte Wettbewerber?

32 Prozent der weltweit 338 befragten Führungskräfte aus Versicherungsunternehmen erwarten deshalb einen zunehmenden Wettbewerbsdruck in den kommenden zehn Jahren. Als größte Konkurrenten haben sie E-Commerce-Anbieter wie Google oder Amazon ausgemacht. Beinahe ebenso viele (31 Prozent) fürchten sich vor Banken, die ebenfalls ins Versicherungsgeschäft einsteigen.

Bedeutung von Big Data erkannt
Erste Schritte, auch das belegt die Studie, wurden offenbar bereits unternommen. 86 Prozent der Befragten bestätigen, dass sie in Sachen Big Data aufholen, externe Daten nutzen (82 Prozent), Predictive Analytics einsetzen (8 Prozent) und die Vorteile der Datenanalyse bei der Kundenansprache (51 Prozent) erkannt haben.

Die neuen Möglichkeiten der Datenanalyse führen dazu, dass neue, innovative Anwendungen und Einsatzszenarien entstehen, so zum Beispiel in den Bereichen Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) und dem Internet der Dinge. Gemeint ist beispielsweise die Nutzung von Daten vernetzter Autos, um sicheren Autofahrern Rabatte zu gewähren. Preisgestaltung, Risikobewertung und Versicherungsmodelle lassen sich dementsprechend anpassen.

Der Weg in die Cloud
Darüber hinaus empfehlen die Studienautoren den Branchenvertretern die Nutzung weiterer neuer Technologien: Beispielsweise die Modernisierung von IT-Kernsystemen zur Policenverwaltung und den Einsatz von Cloud-Computing-Plattformen, um die Kosten zu senken und eine höhere Flexibilität zu erzielen. Im ersten Schritt raten sie zum Einsatz von entsprechenden CRM-Systemen und Personalverwaltung, um sich mit der Cloud vertraut zu machen.

Gleichzeitig sollten die verschiedenen Kontaktpunkte verbunden werden (Omnichannel) sowie Mobile und Social-Media-Kanäle integriert werden. 31 Prozent der Befragten planen demnach schon heute, ihre Präsenz auf Facebook und Twitter zu erhöhen, um auch junge, digital-affine Kunden besser zu erreichen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, alle verfügbaren Kanäle miteinander zu verknüpfen und dadurch eine ganzheitliche Sicht auf die Kunden zu erhalten.

Als Herausforderungen sehen die Studienautoren die Datengenauigkeit (41 Prozent) und die Datenqualität (55 Prozent). Um eine In-Memory-Datenanalyse und Investitionen in entsprechende Systeme kämen die Unternehmen deshalb nicht herum. 

Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, CRM, Big Data, Datenmanagement, Cloud

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