01.04.2015 | Top-Thema Warum Big Data im E-Commerce so wichtig ist

"Jede Kommunikation muss relevant sein"

Kapitel
"Wer heute nicht datenbasiert vorgeht, wird mittelfristig nicht erfolgreich sein." Davon ist Gunnar Ulle, E-Commerce Strategist bei Demandware, überzeugt.
Bild: DemandWare

Wenn Nutzer A andere Interessen als Nutzer B hat, muss er im Online-Shop auch andere Angebote zu sehen bekommen. Diese Präferenzen müssen Shopbetreiber über Datenanalysen herausfiltern. Und wenn die Kommunikation für den Nutzer relevant ist, gibt er gern auch die dafür notwendigen Daten preis. 

Was sind nach Ihren Erfahrungen die wichtigsten Stellschrauben, um einen Online-Shop mit Hilfe von Big-Data Analysen optimieren?

Ulle: Unsere Auswertungen der Shop-Daten zeigen es immer wieder: Die größte Stellschraube ist die Auswahl der Produkte und die Reihenfolge in der sie angezeigt werden. Wenn Nutzer A andere Interessen und Einkaufsgewohnheiten als Nutzer B hat, sollten ihm auch andere Produkte als Nutzer B angezeigt werden. Diese individuelle Darstellung macht einen dramatischen Unterschied. Hier muss man über Datenanalysen herauszufinden, welches Set-up am besten für welches Kunden-Segment funktioniert. Das ist nicht nur zum Start einer Website ein wichtiger Optimierungshebel, sondern muss kontinuierlich geprüft werden.

Welche Bedeutung haben Daten künftig für wie Wettbewerbsfähigkeit im E-Commerce?

Ulle: Wer heute nicht datenbasiert vorgeht, wird mittelfristig nicht erfolgreich sein. Bauchgefühl ist weit verbreitet und wichtig – insbesondere im Mittelstand. Doch es darf die Datenanalysen nicht ausblenden. Vielmehr können sich Bauchgefühl und Daten sehr gut ergänzen. Beispielsweise wenn der Geschäftssinn eine Internationalisierung in einem bestimmten Markt verlangt, können Datenanalysen dafür sorgen, dass dies in die richtigen Bahnen gelenkt wird.

Für E-Commerce-Anbieter spielt die Analyse des Nutzerverhaltens eine immer größere Rolle. Viele Verbraucher fürchten sich aber davor. Wie schafft man als Online-Händler diesen Spagat?

Ulle: Kein Konsument wird ein Problem damit haben, wenn er seine Interessen im Online-Shop in den angezeigten Produkten wiederfindet und entsprechend schnell zum Ziel kommt. Sämtliche Kommunikation muss für den Kunden aber relevant sein. Technologien sollten gezielt eingesetzt werden und den Kunden eher subtil ansprechen.

Geiger: Auch meine Antwort lautet – weniger ist mehr. Man sollte nicht alles auf einmal wollen und das Vertrauen zu den Konsumenten Stück-für-Stück aufbauen. Online-Händler sollten den Dialog mit den Kunden sinnvoll und in Maßen führen. Entscheidend sind keine Momentaufnahmen, sondern langfristige Trends. Wenn Technologie und Kommunikation  gezielt und wohldosiert eingesetzt werden, wird der Spagat gelingen.

Schlagworte zum Thema:  Daten, Big Data, E-Commerce, Online-Shop, Kundendaten

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