06.08.2015 | Digitalisierung

Versicherungen mit Nachholbedarf bei der digitalen Transformation

Die Versicherer hinken der Digitalisierung hinterher.
Bild: Haufe Online Redaktion

42 Prozent der Versicherer glauben, dass die digitale Transformation ihrer Unternehmen an deren mangelnder Flexibilität zu scheitern droht. So das Ergebnis der Studie "Die digitale Transformation in der Versicherungsbranche“. Auch die komplexen Unternehmensstrukturen seien nicht gerade hilfreich.

Die Studie wurde von der Business- und IT-Beratung Q-Perior in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Frankfurt School of Finance & Management durchgeführt. Demnach schätzen 42 Prozent der befragten Versicherer ihre Unternehmen als zu unflexibel ein, um die digitale Transformation voranzutreiben. Eine weitere Herausforderung sehen die Befragten in den komplexen organisatorischen Strukturen.

Ihrer internen Defizite sind sich Versicherer also durchaus bewusst. Wahrscheinlich deshalb, weil mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten angeben, ihre Unternehmen hätten die digitale Transformation bereits angestoßen. Anzunehmen, dass sie währenddessen die Probleme erkannt haben.

Die Mehrheit der Versicherer befindet sich aktuell in der konzeptionellen Phase. Jeweils 64 Prozent haben bislang Markt- und Kundenstudien durchgeführt und sind dabei, eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln; konkrete Maßnahmen, wie beispielsweise die Gründung neuer Gesellschaften, gibt es hingegen kaum. Erst 14 Prozent der Unternehmen sind heute schon so weit, die Digitalisierung konkret anzugehen. Obwohl Versicherungen mit ihren ohnehin digitalen Services und Produkten für die digitale Transformation prädestiniert seien, stünden sie bei der Umsetzung noch am Anfang, sagt Studienautor Walter Kuhlmann. Gelinge es ihnen nicht, schnell digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und erfolgreiche Online-Angebote zu etablieren, drohten in den kommenden Jahren enorme Umsatzeinbrüche.

Für die Studie wurden 150 Führungskräfte aus Erst- und Rückversicherungen aus der DACH-Region befragt, darunter Geschäftsführer, Abteilungsleiter sowie leitende Angestellte aus den Bereichen interne Revision und Controlling.

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Schlagworte zum Thema:  CRM, Digitalisierung, Finanzwirtschaft

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