VR ist noch weit von einem Massenphänomen entfernt. Bild: Corbis

Ist es vielleicht doch nur ein Hype? Virtual-Reality-Angebote haben die in sie gesetzten Erwartungen bislang enttäuscht, weil Verbraucher ihnen weniger Beachtung schenken als erwartet. Das belegt eine neue Studie von Deloitte.

Dem "Global Mobile Consumer Survey 2017“ zufolge ist der entsprechende Hardware-Bestand im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich gestiegen. Und eine Trendwende erwarten die Studienautoren nicht. Ähnlich verhält es sich mit intelligenten Sprachassistenten. Das zentrale Customer Device bleibt das Smartphone, wenngleich die Marktdynamik stagniert.

Viele der groß angekündigten Trends seien noch nicht bei den Verbrauchern angekommen, sagt Dr. Andreas Gentner, Partner und Leiter TMT EMEA bei Deloitte. Zwar zeigten sich jüngere Altersgruppen erwartungsgemäß aufgeschlossener, im Verhältnis zur Gesamtzahl reiche das aber nicht aus. Von Disruption könne deshalb keine Rede sein, eher von einer evolutionären Entwicklung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Virtual Reality ist deshalb auch 2017 noch weit von einem Massenphänomen entfernt. Betrug der Verbreitungsgrad entsprechender Ausrüstung im vergangenen Jahr zwei Prozent, so ist es jetzt gerade einmal ein Prozent mehr. Dabei verwenden die Konsumenten eher die höherwertige Hardware: Der Anteil der Full-Feature-Brillen am gesamten Gerätebestand stieg um fast das Doppelte auf nun 32 Prozent, während einfache Cardboards den Ansprüchen inzwischen nicht mehr genügen und an Bedeutung verlieren.

Virtual Reality: Erkennbare Mehrwerte müssen her

Die Kaufabsicht zeigt, dass sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Stärken könnte das Interesse eine verstärkte Vermarktung VR-geeigneter Smartphones, hauptsächlich bestimmt jedoch der erkennbare Mehrwert von Virtual-Reality-Anwendungen das zukünftige Potenzial.

Nur wenig gefragter ist der smarte Sprachassistent, wie er auf vielen Smartphones bereits installiert ist. Nur 18 Prozent der Befragten verwenden Dienste wie Siri & Co. I-Phone-Besitzer zeigen eine leicht höhere Affinität. Wenn, dann wird der Service entweder zur Steuerung von Navigationsfunktionen eingesetzt oder aber zur Informationssuche beziehungsweise als Entertainment-Tool. Lediglich hier ist eine Steigerung der Nutzungsrate gegenüber 2016 festzustellen, in anderen Bereichen wie Wetter, Reise und Verkehr nimmt die Nutzung sogar ab.

Doch es gibt auch positive Signale: Das Smartphone wird zunehmend zur mobilen Leinwand. Die Geräte werden mittlerweile auch für den Konsum längerer Videos und Filme genutzt. Gegenüber dem Vorjahr verdoppelte sich die Mobiltelefon-Nutzung für Live-TV, Fernsehen über Mediatheken-Bestände sowie Streamen von Filmen auf Werte um zwölf bis 13 Prozent. Unabhängig davon sind Smartphones wie 2016 bei 30 Prozent der Anwender nach wie vor das Medium der Wahl für Short-Form-Videos.

Trendwende bei IoT

Eine Trendwende ist beim Internet of Things (IoT) erkennbar. Bislang wurden die vernetzten Objekte von den Konsumenten kaum angenommen. Nach Jahren der Stagnation zeichnet sich nun jedoch eine Trendwende ab, der Consumer-IoT-Gerätebestand ist spürbar gestiegen. Und auch die weiteren Aussichten sind erfreulich: Die geäußerten Kaufabsichten deuten auf einen nachhaltigen Aufschwung.

Das IoT werde zwar oft mit der Industrie in Verbindung gebracht, spiele aber auch im Privatleben eine zunehmend wichtige Rolle. Vom Smart Home über das Connected Car bis zur Smart Watch: Vernetzte Systeme böten neue, attraktive Möglichkeiten. Die beliebtesten smarten Geräte seien derzeit Fitness-Tracker und Smart Watches, so Gentner weiter. Der Wearable-Bestand hat sich in den letzten Monaten zwar mehr als verdoppelt, für das gesamte Internet der Dinge gibt es jedoch weiterhin noch sehr viel Luft nach oben, wenn die vorhandenen Potenziale tatsächlich ausgeschöpft werden sollen. Dabei werde es vor allem auf eine verstärkte plattformübergreifende Interoperabilität ankommen, glaubt Gentner.

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Schlagworte zum Thema:  CRM, Virtual Reality, Customer Experience

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