| Studie

Diese Faktoren hemmen die Digitalisierung

Die Digitalisierung ist oft Chefsache. Diesem fehlen jedoch Mitarbeiter mit dem nötigen Know-how.
Bild: PhotoDisc Inc.

Erst knapp jedes zweite deutsche Unternehmen hat eine eigene digitale Agenda aufgestellt. Damit bleiben hiesige Unternehmen weiter hinter der ausländischen Konkurrenz zurück. Ein Problem sind einer Studie von CSC zufolge die Kosten.

90 Prozent der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wissen, dass sich die Wettbewerbslage im Zuge der Digitalisierung in den kommenden vier Jahren grundlegend verändern wird. So weit so gut. Gleichzeitig hat jedoch erst jedes zweite deutsche Unternehmen mit der Planung begonnen oder eine digitale Agenda aufgestellt. In der Schweiz sind es mit 60 Prozent schon einige mehr. Global hinkt Deutschland noch weiter hinterher.

Der IT-Dienstleister CSC hat 500 Unternehmensentscheider in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach den Gründen für die Verzögerung gefragt. Die größten Hindernisse sind demnach fehlende Budgets beziehungsweise die Sorge darum, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten sowie mangelndes Know-how auf Seiten der Mitarbeiter. Die Kostenfrage ist vor allem für Handelsunternehmen derzeit ein Problem.

Schwarz sehen die Studienautoren für die drei untersuchten Länder (noch) nicht. Die Digitalisierung nehme durchaus Fahrt auf, sagt Claus Schünemann, Vorsitzender der Geschäftsführung CSC in Deutschland. Die Zahl der Firmen, die eine digitale Strategie entwerfen, nehme spürbar zu. Damit die Umsetzung letztlich gelingen kann, dürfe der Leitfaden jedoch nicht aus den Augen verloren werden. Dieser lautet: Groß denken, klein anfangen, frühzeitig testen und schnell anpassen.

Digitalisierung ist häufig Chefsache

Die Mehrheit hat die Digitalisierung bereits zur Chefsache erklärt. Geplant sind die Verbesserung der IT-Plattform (77 Prozent), Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter (76 Prozent) sowie die Verbesserung der Prozesse (74 Prozent). In jedem zweiten Unternehmen soll zudem eine Stelle geschaffen werden, um die Fäden zu bündeln. In der Finanz- und Versicherungsbranche halten beispielsweise 55 Prozent einen Chief-Digital-Officer für wichtig, um die Prozesse zu beschleunigen.

Darüber hinaus macht es Sinn, digitale Geschäftsmodelle in selbständige Einheiten auszulagern. Davon ist jeder zweite Manager überzeugt. Als erfolgversprechendes Rezept bewertet die Mehrheit der Befragten die Option, spezialisierte Partner einzubinden, um die strategischen Weichenstellungen in erfolgreiches Tagesgeschäft zu verwandeln. 58 Prozent halten es für wichtig, externe Kompetenz zu aktivieren, um mit der Transformation schneller zu werden.


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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Big Data, Unternehmen

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