Skepsis geht mit sehr viel Unkenntnis einher. Bild: Haufe Online Redaktion

Die Mehrheit der von Trusted Shops über die EU-Datenschutz-Grundverordnung befragten Onlinehändler glauben nicht, dass durch die neuen Bestimmungen der Verbraucherschutz verbessert wird. Doch der Grund für die breite Ablehnung könnte Unkenntnis sein.

Im Mai nächsten Jahres wird die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) rechtskräftig und damit für alle verbindlich. 54 Prozent der Onlinehändler glauben nicht daran, dass sich der Verbraucherschutz, wie beabsichtigt, dadurch verbessern wird. Die Studie zeigt aber auch: Zwei Drittel der 350 Befragten haben in ihrem Unternehmen noch keine Umstrukturierungen vorgenommen, um die Auflagen erfüllen zu können.

Wenige Monate vor Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutzbestimmungen sind Meinung und Stimmung in der Branche größtenteils von Unkenntnis und Ablehnung geprägt. Obwohl alle betroffen sind, die im E-Commerce arbeiten, sind mehr als einem Drittel die Inhalte der Neufassung gänzlich unbekannt. Schlimmer noch: Nur zwei Drittel haben überhaupt mitbekommen, dass es eine neue Datenschutz-Grundverordnung gibt. Und davon wissen nur 46 Prozent, um welche Neuerungen es konkret geht.

Die Datenschutz-Grundverordnung verständlich erklärt

DSGVO: Stecken Onlinehändler den Kopf in den Sand?

Angesichts dieser breiten Unkenntnis ist Trusted-Shops-Datenschutzexperte Rafael Gomez-Lus nicht überrascht, dass zwei Drittel der befragten Onlinehändler noch keine Vorbereitungen zur Umsetzung der neuen Regelungen getroffen haben. Knapp die Hälfte befürchtet einen erheblichen Mehraufwand, dessen Sinnhaftigkeit viele infrage stellen. Das Lager der Skeptiker ist mit 31 Prozent geringfügig größer als das der Meinungslosen mit 30 Prozent. 39 Prozent haben sich noch keine Meinung gebildet. Gerade einmal 30 Prozent der befragten Onlinehändler haben überhaupt irgendwelche Vorkehrungen getroffen. Gomez-Lus führt das auch auf die Komplexität des Themas zurück.

Da wundert es nicht, dass sich rund jeder Vierte bisher kein Urteil darüber gebildet hat, ob der Datenschutz für Verbraucher durch die neue EU-Verordnung verbessert werden könnte. Überzeugt ist davon bisher nur jeder fünfte Befragte. Mehr als die Hälfte will keine Vorteile erkennen können. Andererseits scheint es angesichts des großen Anteils derer, die noch sehr wenig über die DSGVO wissen, eher so, als würde die Branche den Kopf in den Sand stecken.

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Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Datenschutz, Recht, CRM

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