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Banken riskieren den Verlust junger Kunden

Junge Akademiker äußern sich zunehmend skeptisch über die Zukunft klassischer Banken.
Bild: Haufe Online Redaktion

Gerade junge Bankkunden finden ihre Bedürfnisse in den Angeboten der klassischen Banken nicht mehr wieder. Obwohl die Mehrheit ihnen zwar ein hohes Maß an Seriosität attestiert, reicht die Marke allein nicht mehr aus, um diese jungen Kunden langfristig zu binden.

Eine große Bedrohung für die klassischen Banken sehen die Befragten einer repräsentativen Studie des Beratungsunternehmens Cofinpro in Finanzdienstleistungen von Google, Amazon oder Apple. 60 Prozent glauben, diese neuen Player könnten die alten langfristig vom Markt verdrängen. Eine starke und sympathische Marke und ein seriöses Auftreten würden daran nichts ändern.

Immerhin 82 Prozent halten Kreditinstitute für grundsätzlich verzichtbar. Insbesondere kaufkräftige Kunden von morgen sagen, dass ihre Bedürfnisse sich immer seltener mit den Angeboten der klassischen Banken decken. Obwohl sich die überwältigende Mehrheit grundsätzlich für Geldfragen interessiert, sehen 43 Prozent ihre Bank nicht mehr als Informationskanal. Sechs von zehn jungen Akademikern meinen, die Institute seien zu weit weg vom Kunden und seinen Gewohnheiten. Sie stehen den Banken ohnehin kritischer gegenüber als Nicht-Studierte.

Die Filiale wird mobil

Die befragten 18- bis 34-Jährigen haben eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie Banking in Zukunft funktionieren wird. 81 Prozent teilen die Überzeugung, dass bereits in zehn Jahren die meisten Bankgeschäfte über mobile Geräte wie das Smartphone erledigt werden. Das gilt auch für die Beantragung von Krediten oder für Geldanlagen. Dabei sehen sie die neuen „Banken“ von Google, Amazon oder Apple weit vorn (60 Prozent). 42 Prozent glauben sogar, diese neuen Player könnten die klassischen Institute vom Markt verdrängen.

Obwohl Banken bei jungen Kunden einen Vertrauensvorschuss gegenüber neu auf den Markt drängenden Konkurrenten aus dem IT- und Telekommunikationssektor genießen, heißt das nicht, dass sie langfristig als Kunden bleiben werden, sagt Hauke Kröger, Executive Consultant bei der auf Banken spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro. Das Vertrauen sei nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl der Bank. Die Institute müssten sich auf die Kunden von morgen einstellen, wobei eine schicke Smartphone-App bei weitem nicht ausreiche. Junge Kunden wollten mehr, nämlich die Möglichkeit, alle Geldangelegenheiten über alle verfügbaren Kanäle abwickeln zu können.

Schlagworte zum Thema:  CRM, Kundenbindung, Finanzwirtschaft

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