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Kaum Chief Digital Officer in deutschen Unternehmen

CDOs, die die Digitalisierung vorantreiben, sind auch 2016 noch selten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nur zwei Prozent der deutschen Unternehmen haben mit einem Chief Digital Officer (CDO) jemanden in ihren Reihen, der die Digitalisierung von Geschäftsmodellen verantwortet und vorantreibt. So lautet das Ergebnis einer Umfrage des Bitkom.

Die Frage nach einem Chief Digital Officer erübrigt sich in den allermeisten deutschen Unternehmen, denn es gibt ihn einfach nicht. Nur zwei Prozent der Firmen mit mindestens 500 Beschäftigten haben diese Position besetzt. In kleineren Unternehmen ist diese Funktion erst gar nicht vorhanden.

Die Digitalisierung müsse in der Unternehmensspitze verankert und zentral koordiniert sein, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Hier sollten kaufmännisches und IT-Know-how zusammenkommen. In einem Drittel der Unternehmen übernimmt Geschäftsführung oder Vorstand diese Aufgabe, meist (36 Prozent) übernimmt der IT-Leiter die Aufgaben. In mehr als einem Viertel (28 Prozent) der Unternehmen wird der digitale Wandel jedoch nicht aktiv vorangetrieben.

Digitalisierung ist Chefsache

Vor allem in kleineren Betrieben ist die Digitalisierung allein Chefsache. In Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern ist bei 36 Prozent die Geschäftsführung oder der Vorstand verantwortlich. In großen mit mehr als 500 Mitarbeitern trifft dies nur auf 16 Prozent zu, zumeist ist es der IT-Leiter beziehungsweise CIO (60 Prozent) der die Digitalisierung verantwortet. Allerdings haben beide in der Regel keinen direkten Zugang zur Geschäftsführung und deren Fokus liegt eher auf technischen Problemen denn auf neuen Geschäftsmodellen oder Veränderungsprozessen. Hier könne ein kompetenter und starker CDO Abhilfe schaffen, so die Studienautoren.

Nach Einschätzung des US-Berufsverbands CDO-Club gab es 2015 weltweit erst 2.000 Chief Digital Officer. Zumeist waren es angelsächsische Unternehmen, die diese Position schon recht frühzeitig besetzt hatten. Hierzulande sind sie selbst in DAX- und MDAX-Unternehmen nur selten zu finden. Das könnte daran liegen, dass die Tragweite der Digitalisierung noch allzu oft unterschätzt wird. Positive Ausnahmen sind Bayer, Tui, Prosiebensat 1, Gruner und Jahr sowie Media-Saturn.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, CRM, Management

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