27.01.2016 | Recruiting

So denken Digital Natives über eine Karriere in der Industrie 4.0

Industrie 4.0? An den Universitäten offenbar kein Thema.
Bild: Haufe Online Redaktion

Weltweit hat der Technologieanbieter Infosys Digital Natives zu ihren Karriereperspektiven in der Industrie 4.0 befragen lassen. Demnach sind junge Arbeitnehmer in Schwellenländern deutlich optimistischer als hierzulande.

Nur 47 Prozent der jungen Deutschen zwischen 16 und 25 Jahren fühlen sich gerüstet für eine Karriere in der Industrie 4.0. Alle anderen befürchten, dass das hiesige Bildungssystem ihnen nicht die nötigen Qualifikationen vermittelt. In den Schwellenländern sind junge Menschen deutlich optimistischer: So sehen sich beispielsweise in Brasilien und Indien immerhin 78 Prozent der Befragten bereit fürs Berufsleben.

Damit steht Deutschland jedoch nicht allein da: Auch in anderen Industrienationen sind Digital Natives hinsichtlich ihrer technologischen Fähigkeiten pessimistisch. In Frankreich halten sich 53 Prozent für gewappnet, in Australien nur 51 Prozent.

Einig ist man sich weltweit über die zunehmende Bedeutung von Technologie im Beruf. Gerade in China (71 Prozent) wissen junge Erwachsene um die Bedeutung der Computerwissenschaften für eine Karriere. In Deutschland beträgt der Anteil 63, in Frankreich bei 60 Prozent.

Digital Natives in Industrieländern unter Druck

In Industriestaaten fühlt sich der Nachwuchs am stärksten unter Druck. 56 Prozent der Befragten in Deutschland halten ihre Karriereaussichten für schlechter als die ihrer Eltern. In Frankreich sind es sogar 76 Prozent. Zum Vergleich: In Indien sind nur 49 Prozent dieser Ansicht.

Ursache für den Pessimismus der jungen Menschen in den Industrieländern ist ihr geringes Vertrauen in die Bildungssysteme. So glauben 73 Prozent der Deutschen, dass ihnen weder Schule noch Universität die nötigen Kenntnisse vermitteln können. In Großbritannien und Australien glauben 77 Prozent, es bleibe ihnen nichts anderes übrig, als sich eigenständig die nötigen Fähigkeiten anzueignen. Noch negativer sehen US-amerikanische Millenials den Zustand ihres Bildungssystems: Hier halten 45 Prozent das Bildungssystem für so veraltet, dass es nicht auf eine Karriere 4.0 vorbereiten kann.

Resignieren wollen die jungen Nachwuchskräfte dennoch nicht. 73 Prozent der Deutschen, 78 Prozent der Brasilianer und 65 Prozent der Chinesen sind bereit, Eigeninitiative zu zeigen und wollen sich, wenn nötig, umorientieren und lebenslang weiterlernen.

Für die Studie "Amplifying Human Potenzial: Education and Skills fort he Fourth Industrial Revolutiuon“ hat der Marktforscher Future Foundation im Auftrag von Infosys je 1.000 junge Erwachsene in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Südafrika, den USA und England befragt.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Internet der Dinge

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