03.01.2013 | Top-Thema Interview mit dem CRM-Berater Thomas Tachilzik

"Vorher überlegen, welche Daten man überhaupt auswerten kann"

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Kapitel
"Wir raten zu einem offenen Umgang mit dem Thema Datenschutz."
Bild: Tachilzik Consulting

Der Kunde hat heutzutage gelernt, viel von sich preiszugeben. Dennoch müssen sich die Unternehmen mit dem Thema Permission beschäftigen. Und sie müssen sich kritisch fragen, ob sie tatsächlich in der Lage sind, aus den gewonnenen Daten auch relevante Handlungen abzuleiten.

acquisa: In Deutschland braucht man für sehr viele Dinge eine Permission des Kunden. Wie sehen Sie das Thema im Hinblick auf Social CRM?

Tachilzik: Unternehmen müssen sich heute damit auseinandersetzen, dass sich Kunden und auch die Presse mit der Datenverarbeitung beschäftigen. Wir raten unseren Kunden deshalb zu einem offenen Umgang mit dem Thema Datenschutz. Der Kunde wird das honorieren. Daten sind nun einmal die neue Währung und man muss den Kunden dazu bringen, in dieser Währung auch zahlen zu wollen.

Der Kunde hat heutzutage gelernt, viel von sich preiszugeben. Obwohl sich viele des Datenschutzes langsam bewusst werden, wollen sie sich nicht damit auseinandersetzen. Wenige Kunden bzw. nur Datenschutzbeauftragte lesen den ganzen Text der AGB durch, zum Beispiel das I-Tunes-Update von Apple, Kunden mit mehreren Apps auf ihrem I-Phone tun dies kaum.

acquisa: Für welche Daten braucht man überhaupt eine Permission?

Tachilzik: Eine Permission braucht man, sobald man den Kunden eindeutig identifizieren kann, sobald er nicht mehr anonymisiert ist. Man braucht sie für die Speicherung, die Auswertung und für einen eventuellen Weiterverkauf der Daten. Bei einer Aggregation von Daten braucht man sie nicht. Und die kann schon bei relativ kleinen Gruppen beginnen.

acquisa: Und wie werden die Permissions eingeholt?

Tachilzik: In den Social Media werden die Daten über Gewinnspiele erhoben, und diesen Weg kennen die Kunden ja schon aus der Offline-Welt. Derzeit sind sehr viele Marken dabei, mit Interaktion oder Gamification Permissions einzuholen.

Wichtig dabei ist, dass man sich vorher überlegt, welche Daten man überhaupt auswerten kann, zum Beispiel aus dem Facebook Open Graph. Die Unternehmen müssen sich kritisch fragen: Sind wir tatsächlich in der Lage, aus diesen Daten auch relevante Handlungen abzuleiten?

Schlagworte zum Thema:  CRM, Database, Big Data, Datenschutz, Social Media

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