03.01.2013 | Top-Thema Interview mit dem CRM-Berater Thomas Tachilzik

"Jetzt streiten auch noch die Social Networks mit den Firmen um die Kundendaten"

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Kapitel
"Viele Unternehmen suchen nach Big-Data-Ansätzen."
Bild: Tachilzik Consulting

Unternehmen müssen lernen, mit der steigenden Datenmenge, der neuen Datenvielfalt und der höheren Datengeschwindigkeit umzugehen. Eine Möglichkeit ist, Matching-Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel von Facebook. Der Auftraggeber bekommt dann aber nur die Resultate.

acquisa: Gibt es Systeme, die gar nicht für Social CRM geeignet sind?

Tachilzik: Neuere alphanumerische Systeme haben keine grundsätzlichen Probleme. Aber die Analyse der Daten geht halt nicht schnell genug. Das Suchen, Indexieren und Ablegen funktioniert nicht mehr wie früher. Deshalb suchen viele Unternehmen nach Big-Data-Ansätzen, die die Steigerung der Datenmenge, die Datenvielfalt und die Datengeschwindigkeit abbilden können. Das passt momentan einfach nicht zu den relationellen CRM-Datenbanken.

Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten, mit Big Data umzugehen: Man lässt die Daten außerhalb des Unternehmens, man holt sie in die bestehende Datenbank oder man baut im eigenen Unternehmen parallel eine Datenbank auf.

Facebook bietet ja zum Beispiel an, Unternehmensdaten zu matchen. Der Auftraggeber bekommt dann nur die Resultate, der Rest passiert außerhalb. Aber man kann dann sehen, welcher Kunde was gemacht hat – nur eben nicht im eigenen System.

acquisa: Apropos Facebook – wie stehen die Netzwerke dazu, dass Firmen dort gerne Daten erheben bzw. auslesen? Das kann doch gerade Facebook auch nicht recht sein, oder?

Tachilzik: Wir erwarten schon, dass Facebook mehr aus den Daten herausholen will, sie vermarkten, und die Ergebnisse nicht teilen will. Wenn ein Unternehmen also entsprechende Businessmodelle aufbaut, um die Daten außerhalb von Facebook aufzuwerten und zu verwenden, dann bin ich sehr sicher, dass Facebook das unterbinden wird. Deren Strategie wird sein, die Daten bei sich zu belassen. Alles, was an Facebook vorbeigeht, wird sie nicht erfreuen. Facebook hat ja auch schon Unternehmen, die ein Geschäftsmodell in diese Richtung hatten, von einem Tag auf den anderen vom Datenstrom abgeklemmt. Facebook denkt nun mal nicht, dass die Kundendaten den Firmen gehören. Vielmehr streiten jetzt auch noch die Social Networks mit den Firmen um die Kundendaten. Und legen in den AGB einfach fest, dass alle Daten im Social Network ihnen gehören.

Schlagworte zum Thema:  CRM, Database, Big Data, Datenschutz, Social Media

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