27.02.2013 | Top-Thema Interview mit Andreas Helios

"Mittelständler müssen keine Berührungsängste haben"

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"Es bedarf bei der Datenbeschaffung einer gewissen Selbstbeschränkung seitens der Unternehmen."
Bild: Adobe

Neue Software-Lösungen ermöglichen Einblicke, von denen Unternehmen vor ein paar Jahren nur träumen konnten. Damit sie sich nicht verzetteln, werden Datenspezialisten immer wichtiger. Auch der Mittelstand sollte sich mit dem Thema beschäftigen.

acquisa: 20 Jahre Erfahrung mit CRM zeigen, dass Unternehmen schon jetzt Probleme haben, Daten zu aggregieren, zu strukturieren und auszuwerten. Droht mit Big Data ein Daten-Tsunami?

Helios: Im Gegenteil, vielmehr ist es jetzt endlich möglich, einige Versprechen aus der Vergangenheit auch tatsächlich einzulösen. In den letzten Jahren hat sich gerade im technischen Bereich viel getan. Neue Software-Lösungen ermöglichen eine zielgerichtete und strukturierte Analyse. Auch die grafische Auswertung ist heute viel besser möglich als noch vor wenigen Jahren. Daten können in Echtzeit interpretiert und die gewonnenen Erkenntnisse sofort für Aktionen verwendet werden. Darüber hinaus ist es bei der Datenerhebung natürlich zentral, zwischen wichtigen und unwichtigen Daten zu unterscheiden. Die Frage ist doch, welche Daten wirklich für die Analyse hilfreich sind. Insofern bedarf es bei der Datenbeschaffung auch einer gewissen Selbstbeschränkung seitens der Unternehmen. Notwendig ist also eine Strategie oder zumindest ein genauer Plan, der schon im Vorfeld der Datenerhebung festlegt, welche Informationen tatsächlich benötigt werden.

acqusia: Haben Unternehmen überhaupt genügend Spezialisten, die die Datenanalyse und -aufbereitung vornehmen können? Was heißt das Ganze für das Recruiting, für Aus- und
Weiterbildung?

Helios: Das ist natürlich ein wichtiger Punkt. Denn auch wenn gute Big-Data-Lösungen heute Informationen aggregieren, strukturieren, visuell aufbereiten, Zusammenhänge deutlich machen und sogar automatisiert handeln können, gibt es noch immer einen großen Interpretationsspielraum, der die Person vor dem Dashboard unentbehrlich macht. Das neue "datengetriebene" Marketing wird jedoch in jedem Fall auch Auswirkungen auf die klassische Ausbildung im Marketing-Bereich haben. Denn viel stärker als früher stehen heute Analysen und Faktoren wie Messbarkeit im Vordergrund. Wer nicht nur kreative Ideen hat, sondern außerdem noch gut mit Zahlen argumentieren kann, hat in Zukunft sehr gute Karriereaussichten.

acquisa: Alles in allem: Sind deutsche Mittelständler bereit für Big Data?

Helios: Sie müssen auf jeden Fall keine Berührungsängste haben, denn die Einstiegsbarrieren sind heute deutlich niedriger als je zuvor. Lösungen zur Daten-Beschaffung und -Analyse sind unkompliziert als Cloud-Services verfügbar. Trotzdem sollten Unternehmen nicht abwarten, sondern schnell handeln. Denn Big Data ist kein Zukunftsgebilde, sondern hat bereits jetzt große Relevanz. Wer zu lange zögert, droht auf Dauer den Anschluss zu verlieren. Unsere Empfehlung ist eindeutig: Mit der richtigen Big-Data-Strategie können sich auch Mittelständler einen echten Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Schlagworte zum Thema:  CRM, Mittelstand, Database, Big Data

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