Mangelndes Wissen der Mitarbeiter ist nur ein Problem vieler deutscher Familienunternehmen. Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Weniger als die Hälfte der deutschen Familienunternehmen sieht sich bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle gut aufgestellt. So das Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bank. Probleme gibt es mehrere.

43 Prozent der Unternehmen nennen demnach als größtes Problem fehlendes Wissen ihrer Mitarbeiter. Als weitere kritische Punkte werden mangelnde oder unzureichende digitale Schnittstellen, wie beispielsweise die Übertragung der Daten an Zulieferer (37 Prozent), Bedenken hinsichtlich der IT-Sicherheit (36 Prozent) sowie eine veraltete Unternehmenskultur (35 Prozent).

Deutschlands Familienunternehmen müssten bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und ihrer Infrastruktur schnell sein, mahnt Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank. Dabei gehe es nicht nur um die Automatisierung, sondern vor allem um die Transformation zu einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell in einer digitalen Welt. Durch die Digitalisierung würden in vielen Branchen die Karten neu gemischt. Der Innovationsdruck steige selbst bei führenden Unternehmen.

Digitalisierung: Die Politik in der Pflicht

Jedes dritte Familienunternehmen vermisst eine ausreichende digitale Infrastruktur, die die digitale Transformation möglich macht. BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch sieht die Politik in der Pflicht, die nötigen Voraussetzungen für erfolgreiches Wirtschaften zu schaffen. Bisher hinkt die Breitbandversorgung im ländlichen der in den Städten deutlich hinterher, dabei befinden sich 70 Prozent der Arbeitsplätze in der Industrie auf dem Land. Für Lösch ist dieser Zustand nicht weniger als besorgniserregend.

Etwa 60 Prozent der Befragten schätzen die Bedeutung der Digitalisierung für das eigene Unternehmen als hoch oder sehr hoch ein. Investitionen sind deshalb geplant: Bis 2019 sollen die durchschnittlich auf etwa drei Prozent des Umsatzes erhöht werden. Ein Anstieg um fast 40 Prozent gegenüber 2016. Dabei setzen sie unter anderem auf Big Data. 58 Prozent erwarten für 2019, dass die Nutzung großer Datenmengen für das Geschäft von hoher Bedeutung sein wird.

Das eigene Geschäftsmodell erweitern

Wachstumschancen sehen die Unternehmen zudem in internetfähigen sogenannten smarten Produkten. Aktuell stellen nur 39 Prozent mindestens ein solches Produkt her. Sie bieten Unternehmen jedoch die Möglichkeit, das eigene Geschäftsmodell um passgenaue Dienstleistungen zu erweitern, um die Kundenbindung zu stärken. Jeder zweite Hersteller von smarten Produkten erwirtschaftet durch solche After-Sales-Services zusätzlichen Umsatz.

Befragt wurden Entscheider aus 312 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz.

Von Strategie bis Innovationskultur: So gelingt die Digitalisierung

Digitalisierung: Das sind die Investitionsschwerpunkte

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Big Data, Digital Leadership, Unternehmen, Kundenbindung

Aktuell
Meistgelesen