20.01.2015 | Digitalisierung

Deutsche Angsthasen starren auf die Schlange Innovation

Wo ist die Schlange? deutsche haben vor Innovationen eher Angst.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Digitalisierung und die Deutschen: Das passt noch nicht immer zusammen. Das "Edelmann Trust Barometer" zeigt zumindest, dass viele in diesem Land vor Dinge wie Drohnen, 3D-Drucker und selbstfahrende Autos mit Skepsis, oft sogar mit Angst betrachten.

"Die digitale Revolution hat noch nicht stattgefunden", meinte Steffi Czerny, die Organisatorin der DLD-Konferenz am Rande des diesjährigen Events. Und wenn es nach vielen deutschen geht, soll das erst einmal so bleiben. Zumindest legt das "Trust Barometer" des PR-Beraters Edelman das nahe. Demnach meinen 57 Prozent der befragten, die Geschwindigkeit, in der neue Technik und Anwendungen auf den Markt kommen, sei zu hoch. Allerdings liegen sie damit im globalen Trend. Weltweit sind es 51 Prozent, denen das alles viel zu schnell geht.

Innovation: Die richtige Balance finden

Grund für die Skepsis in Sachen Innovation ist laut Edelman ein allgemeiner Vertrauensverlust in Institutionen und Unternehmen. Der "Trust Index" sei im vergleich zum Jahr davor um sieben Prozentpunkte auf 50 Prozent gesunken. Unternehmen liegen mit einem Vertrauensverlust von zwölf Prozentpunkte nur wenig schlechter als Nichtregierungsorganisationen (minus zehn Prozentpunkte) und Medien (minus neun Prozentpunkte).

Insgesamt stünden Unternehmen vor dem Problem, dass sie innovativ sein müssten, um im Markt zu bestehen, gleichzeitig aber Gefahr liefen, bei zu viel Veränderung und Neuerung viele Kunden zu verlieren, erklärt Susanne Marell, CEO von Edelman Deutschland. Was also tun? Vertrauen zurückgewinnen, lautet die einfache Antwort. Aber wie? Indem sie für wirkliche Transparenz sorgen und erklären, was sie machen und zu welchem Zweck. So glauben 57 Prozent der Befragten, Produkte werden nicht ausreichend getestet, bevor sie auf den Markt gebracht werden. Warum also nicht Testergebnisse veröffentlichen? Das wünschen sich 73 Prozent. Auch glaubwürdige Partner aus Wissenschaft oder NGOs können helfen (das fordern jeweils 63 Prozent).

Cloud, Quantified Self und Mobile Payment nicht gewünscht

Und warum ist das Ganze so wichtig? Weil die Mehrheit der Deutschen vieles nicht vertrauenswürdig finden, was die Zukunft erfolgreich machen soll. Nur 30 Prozent zum Beispiel vertrauen dem Cloud Computing (weltweit 55 Prozent), nur 33 Prozent mobilen Gesundheits- und Fitnessmessern (weltweit 59 Prozent). Und auch mobile Payment kommt nicht gut weg, nur 48 Prozent haben Vertrauen in verfahren und Anwendungen (weltweit 69 Prozent).


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Schlagworte zum Thema:  Innovation, Digitalisierung, Payment, Cloud

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