20.07.2015 | Digitalisierung

Ausbau von datenbasiertem Marketing stagniert

Unternehmen agieren in Sachen Kundendaten zu wenig transparent.
Bild: Haufe Online Redaktion

Während das Verständnis der Verbraucher für datenbasiertes Marketing langsam aber sicher steigt, stagniert der Einsatz der Unternehmen von persönlichen Kundendaten. Aktuelle Zahlen liefert die Studie "Marketingrealität vs. Kundenwunsch 2015“ von Silverpop.

Demnach setzen Marketer heute mit 74 Prozent weniger auf den Einsatz persönlicher Kundendaten als noch 2013. Damals waren es 79 Prozent. Diese Entwicklung widerspricht der steigenden Akzeptanz der Verbraucher für die Nutzung persönlicher Daten durch Unternehmen. Immerhin ein Drittel der deutschen Firmen setzt trotz Big-Data-Hype keinerlei Daten im Kundendialog ein.

Jene Unternehmen, die Daten nutzen, setzen heute vielfältigere Quellen ein und gehen insgesamt analytischer mit diesen um. Im Jahr 2013 war das CRM-System die Hauptquelle, heute gewinnen Web Analytics (plus 17 Prozent) sowie Kassen- und Warenwirtschaftssysteme an Bedeutung. Zusätzlich ziehen die Unternehmen weiche Daten mit ein – die Ablehnung, diese in die Marketingkommunikation mit einzubeziehen, ist in den vergangenen zwei Jahren von 58 auf 45 Prozent gesunken.

Verständnis der Verbraucher steigt
Gleichzeitig steigt das Verständnis der Verbraucher, dass Unternehmen persönliche Daten sammeln und nutzen. Im Vergleich: Konnten sich 2013 erst 50 Prozent vorstellen, wofür Kundendaten gut sein sollen, sind es heute 54 Prozent. Dabei erkennen sie zunehmend ihre persönlichen Vorteile. 81 Prozent sind heute überzeugt, dass Unternehmen ihnen aufgrund dieser Informationen passgenaue Tipps, Inhalte und Angebote zur Verfügung stellen können.

Eine gewisse Skepsis bleibt dennoch: 91 Prozent fürchten, persönliche Daten könnten weiterverkauft oder versehentlich (87 Prozent) in die Hände Dritter geraten. Dies liegt nicht zuletzt an den Versäumnissen der Marketer selbst. Zwar kommuniziert die Mehrheit (69 Prozent) das Versprechen, Kundendaten nicht weiterzugeben, aber nur knapp ein Viertel erklärt, mit welchen Maßnahmen Kundendaten geschützt werden. Vor zwei Jahren waren es noch zwölf Prozent mehr.

Auch dem Wunsch nach Transparenz sind die Unternehmen bislang nicht nachgekommen. 72 Prozent der Verbraucher wüssten zu gerne, welche Daten bei Unternehmen gespeichert wurden, aber nur etwa ein Viertel erfüllt ihnen diesen Wunsch.

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Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Dialogmarketing, Big Data, Digitalisierung, CRM

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