22.09.2016 | Bitkom-Studie

Datenschutzreform in vielen Unternehmen kein Thema

Noch haben Unternehmen Zeit, die Reform umzusetzen. Die Übergangsfrist läuft.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Für fast die Hälfte der Befragten einer Bitkom-Studie ist die Datenschutzverordnung der EU zumindest aktuell kein Thema. Erste Maßnahmen wurden erst von acht Prozent der Unternehmen eingeleitet.

Für 44 Prozent der Unternehmen ist die Reform laut Umfrage kein Thema. Knapp ein Drittel (32 Prozent) kennt sie zwar, hat sich aber noch nicht damit beschäftigt, erst acht Prozent haben erste Maßnahmen eingeleitet. Immerhin zwölf Prozent der Befragten haben noch nicht einmal davon gehört. Etwas Zeit bleibt noch, denn die Übergangsfrist endet im Mai 2018. Dann aber drohen empfindliche Strafen, wenn sich Unternehmen nicht an die Bestimmungen halten.

Mit der Verordnung werden zahlreiche neue Informations- und Dokumentationspflichten eingeführt, erklärt Susanne Dehmel vom Bitkom. Völlig neu seien beispielsweise Vorgaben, die den Datenschutz bei der Produktentwicklung (Privacy by Design) oder die Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung regeln. In Kraft ist die Grundverordnung bereits seit dem 25. Mai 2016.

Besonders dringend ist die Einführung neuer Prozesse, zum Beispiel für eine Datenschutz-Folgenabschätzung oder für Privacy by Design. 43 Prozent wollen zuerst eine Neubewertung unternehmerischer Risiken vornehmen und 40 Prozent die Überarbeitung der Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung. 38 Prozent wollen zunächst die Datenschutzerklärungen anpassen.

Umsetzung der Datenschutzreform ist arbeitsintensiv

Laut Umfrage sind viele Unternehmen organisatorisch nicht auf die Veränderungen vorbereitet. Nur jedes Zweite verfügt über ein sogenanntes Verfahrensverzeichnis, in dem interne Prozesse bei der Verarbeitung personenbezogener Daten dokumentiert werden. Dies ist wichtig, weil damit vor Aufsichtsbehörden bewiesen werden kann, dass die Prozesse korrekt ablaufen.

Aus Sicht des Bitkom ist die Umsetzung der neuen Regelungen arbeitsintensiv. Das hat das Viertel der Unternehmen, die sich damit bereits beschäftigt haben, verstanden und zusätzliches Personal bereitgestellt. Viele werden externe Hilfe in Anspruch nehmen. Jedes vierte Unternehmen geht davon aus, dass die Reform interne Abläufe komplizierter machen wird, jedes Dritte befürchtet, dass Innovationen in der EU gebremst werden. Gleichzeitig sieht die Mehrheit (57 Prozent) einen Vorteil darin, dass die Reform zu einheitlichen Wettbewerbsbedingungen führen wird. Immerhin ein Drittel glaubt an persönliche Vorteile für das eigene Geschäft.

Der Digitalverband Bitkom hat 509 Datenschutzverantwortliche in Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern befragt.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, CRM, Recht

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