26.11.2014 | Big Data

Marketer bleiben bei Datennutzung weit hinter den Möglichkeiten zurück

Das Kundenverständnis könnte besser sein.
Bild: Haufe Online Redaktion

Noch nie war es so einfach, Kunden zu verstehen. Big Data sei Dank.  Allerdings werden die technischen Möglichkeiten selten genutzt, wie eine Studie von Silverpop ergeben hat. Viele Marketer verlassen sich ausschließlich auf ihr CRM-System. 

Die meisten Marketingabteilungen bleiben hinter den Möglichkeiten intelligenter Datenanalyse zurück. So lautet das Fazit der Silverpop-Studie "Datengetriebenes Marketing – Marketing-Realität vs. Kundenwunsch“. Zwar hat ein Großteil der befragten Marketer (79 Prozent) das Potenzial erkannt, doch es werden bei weitem nicht alle technischen Möglichkeiten ausgenutzt. Nur die Hälfte (52 Prozent) erstellt beispielsweise Kunden- und Datenprofile, um die Kundenbindung zu stärken.

Zu viele zapfen außerdem nur einzelne Datenquellen an, anstatt mehrere Quellen heranzuziehen und die Erkenntnisse zu verknüpfen. 72 Prozent nutzen ausschließlich die Daten aus ihren CRM-Systemen, nicht einmal die Hälfte (44 Prozent) zieht Informationen aus Hotline-Gesprächen hinzu. Noch weniger kümmern sich um Social-Media-Kanäle (35 Prozent) oder das Warenwirtschaftssystem (28 Prozent). Mehr oder weniger ausgeblendet werden schließlich Location-Based-Services (15 Prozent) und Bewertungsplattformen (11 Prozent).

Predictive-Analytics kommt selten zum Einsatz

Predictive-Analytics-Systeme die helfen, das Kaufverhalten von Verbrauchern einzuschätzen und vorauszusagen, kommen bislang nur in fünf Prozent der Unternehmen zum Einsatz. Sebastian Hölzl, Director Marketing Strategy Europe bei Silverpop, sieht den Status quo in den deutschen Marketingabteilungen kritisch: Ausgerechnet jene Quellen, die besonders viel Potenzial für besseres Kundenverständnis böten, kämen zu wenig zum Einsatz. Durch den Tunnel-Blick der Marketer gingen Millionen an Budget verloren, dabei machten moderne Tools es möglich, verschiedene Datenquellen effizient auszuwerten und Informationen zusammenzuführen.

Über die Hälfte der Befragten lässt sogenannte weiche Daten für die Erstellung individueller Kundenprofile links liegen. Darunter fallen beispielsweise Meinungen aus öffentlichen Foren oder Produktbewertungen. Informationen aus den Social Media wie Like-Angaben(12 Prozent), Posts (12 Prozent), Gruppenmitgliedschaften (8 Prozent) oder Freundeslisten (1 Prozent) bleiben weitgehend unberücksichtigt.

Für die Studie wurden 100 Marketingverantwortliche in deutschen Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern sowie 1.000 Privatpersonen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

Weitere interessante Artikel zum Thema:

Data Driven Marketing scheitert am Geld und an den Prozessen

Woran Big Data im Marketing noch scheitert

Diese Trends beeinflussen das digitale Marketing

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, CRM, Big Data, Kundenbindung, Analytics, Database

Aktuell

Meistgelesen