13.02.2013 | Top-Thema Interview mit Günther Stürner und Michael Schmidt-Voigt

"Die Filtersysteme sind selbstlernend"

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"TK und Internethandel sind die Vorreiter bei der automatisierten Auswertung von Kundendaten", sagt Michael Schmidt-Voigt, Director Sales Consulting Oracle Deutschland.
Bild: Oracle

Moderne Software-Filtersysteme "wissen" bereits heute sehr genau, welches Angebot auf welche Kundengruppe passt - und lernen aus der Analyse der Ergebnisse ständig dazu. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hauptsächlich Filtersysteme auf Basis unseres Nutzerverhaltens entscheiden werden, welche Angebote und Informationen uns erreichen, glaubt Michael Schmidt-Voigt, Director Sales Consulting Oracle Deutschland.

acquisa: Stichwort Filter-Software: In den vergangenen Jahren haben die Medien, Analysten oder auch Beratungshäuser die Rolle des „Gatekeepers“ übernommen und – je nach Zielgruppe – Informationen für den Endnutzer aufbereitet. Heute gibt es immer bessere Filter-Software, die uns auf Basis der Analyse unserer Nutzungsgewohnheiten passende Informationen oder auch Angebote bereitstellt. Halten Sie es für denkbar, dass Software diese Aufgaben irgendwann ganz übernehmen wird?

Schmidt-Voigt: Bekannte Unternehmen wie beispielsweise die British Telecom setzen heute bereits Oracle Real-Time-Decisioning (RTD) ein, um aus dem Kundenverhalten auf ein geeignetes Angebot zu schließen oder ungeeignete Angebote zukünftig diesem Kundenkreis nicht mehr zu unterbreiten. Die Systeme sind in diesem Zusammenhang selbstlernend: Es wird mit einem bestimmten Angebot an eine Kundengruppe gestartet. Stellt das System nun fest, dass dieses Angebot in den meisten Fällen nicht angenommen wird, wird es automatisch durch ein anderes, aus der Erfahrung als erfolgreicher bekanntes Angebot ersetzt. Ich bin mir ganz sicher, dass Software die Filter-Funktion in immer größerem Umfang übernehmen wird – vielleicht irgendwann auch ganz.

acquisa: In welchen Bereichen werden sich solche Filter zuerst durchsetzen?

Schmidt-Voigt: Das sind im Grunde genommen genau die gleichen Bereiche wie im historischen CRM: Dort wo der Wettbewerbsdruck am größten ist und ein Unternehmen sich nur durch besseren Service (individuelle, maßgeschneiderte Angebote) differenzieren kann. Telekommunikation und (Internet)-Handel sind hier sicher die Vorreiter.

acquisa: Stichwort Datenschutz: Wie kann man im Zeitalter von Big Data sicherstellen, dass Datenschutzrichtlinien eingehalten werden (z.B. bei der Verwertung standortbezogener Kundendaten)?

Stürner: Ob eine Firma die Datenschutzrichtlinien einhält, ist eine Frage des legalen oder illegalen Verhaltens dieser Firma. Ob diese Datenschutzrichtlinien den aktuellen Erfordernissen genügen, ist eine gesellschaftliche Frage und muss in den Parlamenten und in der Gesellschaft  behandelt und diskutiert werden. Technisch gesehen können wir heute sehr sichere Systeme bauen.

Schlagworte zum Thema:  Big Data, CRM, CRM-Systeme, CRM-Datenbank

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