20.02.2015 | Mittelstand

Abteilungen mit direktem Kundenkontakt brauchen bessere IT

Mittelständler basteln vermehrt an ihrer IT.
Bild: Haufe Online Redaktion

Obwohl deutsche Mittelständler mit der IT-Ausstattung ihrer kundennahen Geschäftsbereiche nicht zufrieden sind, sollen diese künftig den Lead in Sachen Innovationen übernehmen. Wir sehen da, wie auch die Studieninitiatoren von Kienbaum, Handlungsbedarf.

Der Mittelstand ist mit seinen IT-Systemen in Marketing und Vertrieb nicht zufrieden (die Zusammenarbeit scheint sich noch schwierig zu gestalten). Auch in Entwicklung und Konstruktion sowie im Einkauf besteht Optimierungspotenzial. Das sind einige Ergebnisse einer Studie der Managementberatung Kienbaum zu IT-Systemen im Mittelstand. Für die Studie hat Kienbaum 85 mittelständische Unternehmen aller Branchen befragt.

Mit der Qualität der IT-Systeme in anderen Geschäftsbereichen sind die Befragten hingegen sehr zufrieden: Insbesondere im Personalwesen, im Finanzbereich und im Controlling sind die Mittelständler informationstechnisch sehr gut aufgestellt und sehen deshalb keinen Erneuerungsbedarf.

Und laut Kienbaum lohnt sich eine gute IT auch: Unternehmen, die stark in ihre IT investieren, erzielen eine höhere Umsatzrendite als Mittelständler, die wenig Geld für die IT in die Hand nehmen. Deshalb ist es umso alarmierender, dass jeder zehnte Mittelständler nicht weiß, welche Kosten seine IT überhaupt verursacht. Und dass viele die Chancen der Digitalisierung gar nicht erkennen.

Der Hauptgrund, ein neues IT-System einzuführen, ist für den Mittelstand die Erwartung, dass das neue System auch neue, relevante Informationen bietet. Ein weiteres wichtiges Ziel ist, die interne Standardisierung von Prozessen voranzutreiben und damit Qualität sicherzustellen. Auf Platz drei der Rangliste der wichtigsten Ziele steht das Ankurbeln des Unternehmenswachstums durch neue IT-Systeme.

Die Rolle der IT-Abteilung wird sich in mittelständischen Unternehmen zukünftig erheblich verändern - interessanterweise nicht zum besseren: Derzeit sehen die Befragten in einem Ranking der wichtigsten Impulsgeber für Prozessveränderungen die IT-Abteilung noch auf dem dritten Rang hinter der Geschäftsführung und dem Bereich Marketing und Vertrieb. Zukünftig werden die kundenorientierten Bereiche an Innovationskraft gewinnen, die IT-Abteilung hingegen auf den neunten Rang abrutschen. "Wo ein Unternehmen Innovationen anstößt, entscheidet es insbesondere mit Blick auf die Bedürfnisse und das Verhalten der Kunden oder von Käuferzielgruppen. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass Bereiche wie Service und Kundendienst und der Vertrieb zukünftig Motor für Prozessinnovationen im Mittelstand sind", sagt Heinz Linss von Kienbaum.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Marketing, Mittelstand, Database, Analytics, CRM

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