1 Leitsatz

Die Teilnahme an einem Firmenlauf führt nicht zum Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung. Eine Verletzung im Rahmen einer solchen Veranstaltung ist kein Arbeitsunfall.

2 Um was geht es in diesem Fall?

Eine Mitarbeiterin eines Jobcenters hatte mit 80 Arbeitskollegen an einem Firmenlauf teilgenommen. Der Lauf wurde von einem privaten Veranstalter organisiert und insgesamt nahmen 10.000 Menschen teil. Während des Laufs stürzte die Frau jedoch und brach sich das rechte Handgelenk. Sie wandte sich daher an die Berufsgenossenschaft, die aber die Anerkennung eines Arbeitsunfalles ablehnte.

3 Wie hat das Gericht entschieden?

Auch vor Gericht hatte die Angestellte keinen Erfolg. Laut dem SG Dortmund handelte es sich im vorliegenden Fall nicht um einen Arbeitsunfall.

Der Firmenlauf stehe nicht in einem engen rechtlichen Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin des Jobcenters, so das Gericht in seiner Begründung. Auch sei ein solches Rennen nicht als Betriebssport zu werten, da dieser Ausgleichs- anstatt Wettbewerbscharakter besitzen und regelmäßig stattfinden müsse.

Auch wenn das Jobcenter den Firmenlauf beworben und gemeinsame Trikots gestellt habe, sei er nicht vom Arbeitgeber organisiert, sondern von einem privaten Veranstalter für eine Vielzahl von Firmen und deren Beschäftigten gedacht. Es handele sich daher nicht um eine versicherte betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung zum Zwecke der Förderung der Betriebsgemeinschaft.

4 Hinweis für die Vorstandsarbeit

Wenn ein Verein Veranstaltungen durchführt, an denen auch Personen teilnehmen, die nicht Mitglied des eigenen Vereins sind, stellt sich stets die Frage des Versicherungsschutzes bei Unfällen, wie der o. a. Fall zeigt.

Bei der Organisation und Planung einer solchen Veranstaltung sollte sich der Vorstand daher zu dieser Frage Gedanken machen und die Teilnehmer bei der Anmeldung auf die Rechtslage hinweisen. Wenn der Veranstalter die Teilnehmer nicht von sich aus versichert – was in der Regel der Fall sein dürfte – sind die Teilnehmer auf ihre private Vorsorge zu verweisen, soweit es sich um Unfallfolgen handelt.

Fundstellen

Sozialgericht (SG) Dortmund, Urteil v. 04.02.2020, Az.: S 17 U 237/18

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