22.03.2013 | Top-Thema Zukunftsaufgabe Personalentwicklung

Jobtausch: Eine Branche - zwei Perspektiven

Kapitel
Im Archiv wurden u. a. die optischen Veränderungen der DW im Laufe der Jahrzehnte sichtbar
Bild: Nicole Behrendt

Personalentwicklung und im Besonderen Personalförderung ist ein Thema, mit dem sich die Wohnungswirtschaft zwangsläufig konfrontiert sieht. Deshalb machte die DW-Redaktion in Zusammenarbeit mit einem Hamburger Immobilienunternehmen im Rahmen der Volontärsausbildung den Schritt und ließ die Volontärin in eine völlig neue Arbeitswelt eintauchen. Im Gegenzug hatte ein Auszubildender ebenfalls die Chance, Neues zu lernen. Lesen Sie hier, welches Resümee die Beteiligten ziehen.

Erfahrungsbericht Auszubildender: Vom Rezipienten zum Mitgestalter

Marius Messmer: Der angehende Immobilienkaufmann befindet sich in seinem 2. Lehrjahr bei der Wielant Hoffmann GmbH und absolviert zeitgleich ein Studium an der EBZ Business School mit dem angestrebten Abschluss Bachelor of Real Estate.

Ich, Auszubildender zum Immobilienkaufmann bei der Wielant Hoffmann GmbH, durfte am „Azubi-Volo-Austausch” mit der Fachzeitschrift „DW Die Wohnungswirtschaft” teilnehmen. Nachdem mich Sarah Tekath zwei Tage lang in meinem Betrieb begleitet hat und ich ihr die wesentlichen Tätigkeiten eines angehenden Immobilienkaufmanns in unserem Bau- und Wohnungsunternehmen zeigen konnte, durfte ich ihr nun ebenfalls zwei Tage lang über die Schulter schauen. Dies bot mir natürlich die einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen einer Fachzeitschrift zu gucken, da ich als Leser ja immer nur das Endprodukt in den Händen halte. Somit hatte ich ein großes Interesse die Arbeitsprozesse einer Fachzeitschrift genauer kennen zu lernen.

Los ging es am 23. April 2013 um 9 Uhr morgens nach Langenhorn. Eine gewohnte und entspannte Fahrt für mich, wenn ich bedenke, dass einerseits meine Hochschule im gleichen Gebäude ansässig ist und andererseits mein normaler Arbeitstag um 7 Uhr morgens beginnt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde im Unternehmen starteten wir mit dem Erstellen des kommenden Newsletters. Hier werden besondere Meldungen der Wohnungswirtschaft aufbereitet und jeweils wöchentlich am Donnerstag auf der Homepage veröffentlicht sowie an die Newsletter-Abonnenten versendet. Was für uns Leser sehr simpel erscheint, ist in Wirklichkeit sehr zeitintensiv.

Nach dem Newsletter widmeten wir uns dem eigentlichen Kerngeschäft: der Zusammenstellung der Artikel der „DW Die Wohnungswirtschaft” für den Monat Juni. Neben einem dazugehörigen Meeting sind wir Themen und Artikel von Journalisten und Fachautoren durchgegangen. Hierbei ist es wichtig, jeden Monat aktuelle Themen der Wohnungswirtschaft aufzugreifen, sodass der Leser immer auf dem neusten Stand ist. Abschließend konnte ich sogar Einblicke in das Jubiläums-Heft der DW (Oktober Ausgabe, Anm. der Redaktion) erlangen. So wurde besprochen, welche relevanten Themen die Zeitschrift aufgreifen, wer Autor sein und wie das Cover aussehen könnte.

Wenn es allerdings um die Frage geht, ob ich meinen Arbeitsplatz mit Sarah Tekath tauschen würde, würde ich diese ganz klar mit einem „Jein” beantworten. Warum? Gerade durch mein Studium an der EBZ Business School ist mir die Immobilien- und Wohnungswirtschaft sehr ans Herz gewachsen, sodass der Tätigkeitsbereich von Sarah Tekath als angehende Redakteurin einen Teil der Immobilienbranche darstellt, ich allerdings die Bedenken habe, dass ich mein angehäuftes Wissen nur in der Theorie und nicht in der Praxis anwenden kann.
Alles in allem war der Azubi-Volo-Austausch mit Sarah Tekath eine wirklich tolle Erfahrung. Hierfür bedanke ich mich vielmals bei Frau Silberberg und Herrn Hoffmann, die diesen Austausch möglich gemacht haben.

Erfahrungsbericht Volontärin: Nicht nur Makler

Sarah Tekath: Nach einem Magisterstudium sowie der freien Mitarbeit bei deutschen Zeitungen in Prag ist Sarah Tekath seit März 2012 als Volontärin in der Redaktion der DW Die Wohnungswirtschaft tätig.

Den eigenen Horizont erweitern, über den Tellerrand hinausschauen oder einfach mal die Perspektive wechseln. Sicher gibt es viele Bezeichnungen für das, was mir von unserer Chefredakteurin angeboten worden ist – und wie auch immer Sie es nun nennen möchten, ich war sofort interessiert. Mich zwei Tage in einem Wohnungsunternehmen einweisen lassen und im Gegenzug einfach mal zu präsentieren, womit ich mich in der Redaktion unserer Zeitschrift täglich beschäftige, das klang wie etwas, das mir gefallen könnte.

Unter dem Beruf Immobilienkaufmann konnte ich mir recht wenig vorstellen. Was mir zuerst in den Sinn kam, war tatsächlich die Tätigkeit eines Maklers (offenbar geht es den meisten so, wie mich Marius Messmer wissen ließ) - später wurde mir jedoch erklärt, dass es sich dabei um verschiedene Berufsfelder handelt.

Im Unternehmen wurde mir gezeigt, welche Tätigkeiten ein Azubi im Laufe der Ausbildung in den diversen Abteilungen, etwa Mieterservice, Mietenbuchhaltung, Technik und Wohnungseigentumsverwaltung zu übernehmen hat.

Ich hatte die Gelegenheit, mir anzusehen, worin die Aufgaben der einzelnen Abteilungen bestehen und wie die Arbeitsprozesse abzulaufen haben. Sehr strukturiert, das kann ich Ihnen sagen, denn für jeden Arbeitsvorgang wurden vom Unternehmen Listen bereitgestellt (auch zur besseren Einarbeitung der Azubis), die jeden Schritt einzeln dokumentieren und das Abarbeiten einfach und sicher machen. Ein sehr befriedigendes Gefühl, nach getaner Arbeit so viele Häkchen machen zu dürfen. Eine Besonderheit bei der Wielant Hoffmann GmbH ist die Position eines Azubi-Oberhaupts, in diesem Fall Marius Messmer, der als Ansprechpartner für die Post und für die übrigen Auszubildenden fungiert.

Außerdem obliegt es einem Azubi im Unternehmen, sich um die Verwaltung des automatischen Schlüsselsystems „Paco” zu kümmern. Aufgabe hierbei ist es, die Herausgabe und Verwaltung der vergebenen Schlüssel zu überwachen und zu dokumentieren.

Zwar war es eine Vielzahl an Informationen, der ich mich in den zwei Tagen im Wohnungsunternehmen gegenüber sah, aber ebenso viel ist auch im Gedächtnis geblieben. Ich weiß, was Vermietungslisten sind und wie die Vermietung funktioniert. Ich habe mir ein Bild vom Bestand des Unternehmens gemacht. Mir ist klar geworden, wie viel Arbeit im Hintergrund eines Wohnungsunternehmens abläuft, von der die meisten Mieter keine Vorstellung haben.

Ich danke meinem Tauschpartner Marius Messmer für die Erkenntnis, dass, auch wenn man in derselben Branche arbeitet, trotzdem manchmal zwei Welten aufeinandertreffen, die unterschiedlicher nicht sein können. Und ich garantiere allen Beteiligten – und auch Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser –, ich habe viel mehr aus diesen vier Tagen des Tausches mitgenommen als ein paar Traumbilder von Wohnungen, in die ich gerne einziehen würde.

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