22.06.2016 | GdW

Wohnungswirtschaft legt Zehn-Punkte-Plan zur Rettung von Schrumpfungsregionen vor

Axel Gedaschko: "Mit unserem Zehn-Punkte-Plan legen wir der Politik wirksame Maßnahmen vor"
Bild: GdW

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat auf dem Wohnzukunftstag in Berlin einen Zehn-Punkte-Plan zur Rettung von Schrumpfungsregionen zur Diskussion gestellt. Am Abend ist auf dem Wohnzukunftstag der Preis Soziale Stadt vergeben worden.

In einer Podiumsdiskussion setzten sich Experten und Bundestagsabgeordnete mit den Ergebnissen der Studie "Schwarmstädte in Deutschland" auseinander. Die Studie kommt zu dem Fazit, dass die ländlichen Regionen die "Verlierer" der aktuell starken Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands sind. In 30 kreisfreien Großstädten hat sich dagegen die Zahl der jungen Einwohner aus den Geburtenjahrgängen 1973-1993 innerhalb von nur fünf Jahren (2008-2013) mehr als verdoppelt. Dort wird Wohnraum immer knapper und teurer.

"Mit unserem Zehn-Punkte-Plan legen wir der Politik wirksame Maßnahmen vor, mit denen wir die Lebensqualität kleinerer Städte im ländlichen Raum gemeinsam sichern können", erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Zehn-Punkte-Plan des GdW

Die folgenden zehn Forderungen sollen laut GdW Abhilfe schaffen:

  1. Politische Agenda stärker auf Förderung gleichwertiger Lebensbedingungen ausrichten
  2. Preiswerten Wohnraum als Standortvorteil in außerstädtischen Regionen erkennen
  3. Städtebau- und Regionalförderung stärker auf Abwanderungsregionen konzentrieren
  4. Örtliche Infrastrukturen wie Einzelhandel, Bildungs- und kulturelle Angebote erhalten
  5. Erreichbarkeit durch Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs verbessern
  6. Breitbandausbau in schrumpfenden Regionen vorantreiben
  7. Öffentlichen Raum durch bauliche Maßnahmen aufwerten
  8. Bau von Mitarbeiter-Wohnungen als Standortfaktor für qualifizierte Arbeitskräfte
  9. Urbanität und Lebendigkeit kleinerer Städte durch Veranstaltungen etc. anstoßen
  10. Nachbarschafts- und ehrenamtliches Engagement lokaler Akteure fördern

Preis Soziale Stadt

Am Abend des 22.06. wurde auf dem Wohnzukunftstag der Preis Soziale Stadt verliehen. Zum neunten Mal seit dem Jahr 2000 zeichnet der Wettbewerb herausragende soziale Aktivitäten in den Stadtquartieren Deutschlands aus. 18 vorbildliche Projekte in sechs Kategorien haben es in diesem Jahr auf die Nominierungsliste für den Preis Soziale Stadt 2016 geschafft.

Bei der Preisverleihung unter Teilnahme von Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, wurden die Gewinner der Kategorien bekannt gegeben.

Die Gewinner sind

Kategorie: Integration und inklusives Zusammenleben

  • Preisträger: Flüchtlinge als Bereicherung der Nachbarschaft

In Mülheim arbeiten das kommunale Wohnungsunternehmen SWB Service-Wohnungsvermietungs- und baugesellschaft, die Stadt und bürgerschaftliche Initiativen Hand in Hand bei der Unterbringung und Integration von Asylsuchenden.

Kategorie: Wirtschaft, Arbeit, Beschäftigung

  • Preisträger: JUWEL für den Stadtteil - Jugendliche Wollen Erfolgreich Leben

Der Verein Kids und Co. unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf. Anknüpfend am Interesse an neuen Freizeitmöglichkeiten, die "in" sind, entwickeln Jugendliche eigene Ideen und werden beim Bau von Trendsportanlagen beraten.

Kategorie: Bürgermitwirkung, Stadtteilleben

  • Preisträger: Public. Private. Partnership: Ein Quartier blickt nach vorn

Bei der Erneuerung der Zechensiedlung Hervest war es der Wohnungsbaugesellschaft Vivawest Wohnen wichtig, die bauliche Sanierung mit der Stärkung der Nachbarschaft zu verbinden.

Kategorie: Bildung, Kultur, Gesundheit

  • Preisträger: Dortmunder Kinderstuben

In der Dortmunder Nordstadt leben viele Familien mit Migrationshintergrund. Fehlende Kenntnis der Sprache ist ein Hauptgrund dafür, dass die Eltern häufig ihre Kinder gar nicht erst bei den Kitas anmelden. Dieses Problem geht die Stadt mit der Einrichtung von Kinderstuben an.

Kategorie: Wohnen, Wohnumfeld, Natur

  • Preisträger: Wohnsozialisierungshilfe im Quartier

Die Neubrandenburger Wohnungsbaugesellschaft übernimmt Verantwortung dort, wo der rechtliche Schutz des nicht mehr zahlungsfähigen Mieters endet.

Kategorie: Gemeinsam für die soziale Stadt - Sonderpreis des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

  • Preisträger: Maritimes Zentrum Elbinsel

Die Stadtteilschule Wilhelmsburg hat in einem ungewöhnlichen Bündnis mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung, Kultur und Beschäftigungsträgern anknüpfend an die lokale Tradition ein Zentrum aufgebaut. Ziel ist es, den Schülern eine praxisorientierte Bildung in dem benachteiligten Stadtteil zu ermöglichen und ihre Chancen für den Berufseinstieg nachhaltig zu verbessern.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft

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