13.11.2013 | Nachbericht

WohnZukunftsTag 2013: Trends und Innovationen für Wohnungsbau, Energiewende und Demografie

Veranstaltungsort war das Berliner „Radialsystem”
Bild: Haufe Online Redaktion

Eingestimmt durch einen mitreißenden Vortrag von Publizist und Autor Roger Willemsen unter dem Motto „Wie Mensch so wohnt”, diskutierten Wohnexperten auf dem ersten WohnZukunftsTag des GdW in Berlin zu den Schwerpunkten der kommenden Jahre: Wohnungsbau, Energiewende und Demografie.

„Ich erkläre mir meine Rastlosigkeit so, dass ich noch nicht alle Formen von ‚Zuhause’ gesehen habe”, erläuterte Roger Willemsen in einem teils philosophischen Vortrag zum Auftakt des WohnZukunftsTages Mitte September 2013 seine anhaltende Reiselust – und seinen persönlichen Bezug zum Thema Wohnen.
In verschiedenen Themen-Panels wurde anschließend ausgiebig über den Wohnungsbau im Kontext von Energiewende und Baukultur diskutiert. „Neue Instrumente für bezahlbares Wohnen” standen im Mittelpunkt des ersten Diskussions-Panels, in dem unter anderem den Fragen nachgegangen wurde, warum derzeit zu wenig bezahlbare Mietwohnungen entstehen – und wie sowohl das Bauen als auch das Bewirtschaften von Wohnungen wieder attraktiver werden kann. Besonderer Handlungsbedarf bestehe in den Stadtzentren insbesondere in Ballungsgebieten. Ein erfolgreiches Beispiel zur Lösung der Problematik böten der Vertrag zum Wohnungsneubau in Hamburg sowie das Bündnis für Wohnen zwischen der Hansestadt, den immobilienwirtschaftlichen Verbänden und den Mietervereinen.

Kann man in Großsiedlungen weiterbauen? Unter dieser Leitfrage diskutierten die Wohnexperten, wie in den großen Wohngebieten des 20. Jahrhunderts die Aufwertung mit Wohnungsneubau verbunden werden kann. Vor dem Hintergrund der wiederanziehenden Wohnungsnachfrage zeige sich: Die großen Wohnsiedlungen sind für den energetischen und klimagerechten Um- und Weiterbau bestens geeignet und zukunftsfähig.

Wie beim Neubau der Spagat zwischen Kosten und Qualität gelingen kann, ohne banal zu bauen, debattierten Vertreter der Wohnungswirtschaft, des Deutschen Städtetages und des Bundes Deutscher Architekten. Der Wettbewerb zum Deutschen Bauherrenpreis, dessen Verleihung im Anschluss an den WohnZukunftsTag stattfand, liefert dazu als bedeutendster Wettbewerb im Wohnungsbau alle zwei Jahre bundesweit Beispiele baukulturell hochwertigen Wohnungsbaus, der das massenhafte bezahlbare Bauen anregen soll.
Was sich für Wohnungsunternehmen beim Zukunftsthema Energieerzeugung rechnet und wo die Reise hingeht, berieten die Wohnexperten im Schwerpunkt-Panel Energiewende. Eine Lösung: Die Umsetzung der Energiewende auf Quartiersebene – beispielsweise mithilfe von Quartierswerken, die Wohnviertel individuell angepasst mit Energie versorgen. Dafür brauche die Wohnungswirtschaft verlässliche Partner, wie zum Beispiel Energieversorgungsunternehmen und die Stadtwerke. Gemeinsam mit RWE-Vorstand Achim Südmeier und Vertreter des Verbandes kommunaler Unternehmen diskutierten die Teilnehmer verschiedene Strategien.

Genauso bedeutend wie das Thema Energieerzeugung im Quartier, die Frage: Wie kann der erzeugte Strom gespeichert werden? Im dazugehörigen Themen-Panel wurden die Aufgaben netzgekoppelter Stromspeicher vorgestellt und der praktische Einsatz am Beispiel des Plusenergiehauses in der Berliner Fasanenstraße erläutert. Wichtige Erkenntnis: Wegen noch nicht vorhandener baulicher Zulassungen war dort nur eine Außenaufstellung des Speichers möglich, was zu zusätzlichem Energieaufwand für die Klimatisierung führte. Eine Marktübersicht über 50 Batteriespeicher wird demnächst auf www.forschungsinitiative.de verfügbar sein. Zudem wurde in der Themenrunde aufgezeigt, dass der Einsatz eines Batteriespeichers in einem Quartier mit circa 100 Wohneinheiten den Autarkiegrad von Blockheizkraftwerken und Photovoltaik von 84 Prozent auf 95 Prozent erhöhen kann. Eine Umfrage unter den Teilnehmern des Panels ergab: 80 Prozent glauben, dass elektrische Speicher in Zukunft in Mietwohngebäuden eine zunehmende Rolle spielen werden.

Schlagworte zum Thema:  Kongress

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