28.09.2016 | DIW

Wärmemonitor 2015: Wohnungswirtschaft nimmt bei Sanierung Vorreiterrolle ein

Der Heizenergiebedarf von Mehrfamilienhäusern ist seit 2003 um 18 Prozent gesunken (Symbolfoto)
Bild: Corbis

Der Heizenergiebedarf von Mehrfamilienhäusern in Deutschland ist seit dem Jahr 2003 um insgesamt rund 18 Prozent gesunken. Große Wohnungsunternehmen sanieren häufiger und umfassender als private Eigentümer und Kleinvermieter. Zu diesen Ergebnissen kommt der Wärmemonitor 2015, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Grundlage von Daten des Energiedienstleisters Ista erstellt hat.

Die Analyse zeigt, dass der Energiebedarf von vollständig sanierten Gebäuden großer Unternehmen mit einem Portfolio von mehr als 1.000 Wohnungen im Durchschnitt um 36 Prozent sinkt, der von entsprechenden Gebäuden mittlerer Unternehmen um etwa 26 Prozent sinkt. Dagegen ist der Energiebedarf vollsanierter Gebäude privater Kleininvestoren mit weniger als 21 Wohnungen um rund 18 Prozent geringer als der unsanierter Gebäude. Bei abnehmendem Sanierungsumfang reduzieren sich diese Unterschiede allerdings. Ein Teil des Sanierungserfolgs kann auch auf die Größe des Projektes zurückgeführt werden: Je größer das zu sanierende Gebäude, desto größer ist auch die Verbesserung der Energieeffizienz.

Große Wohnungsunternehmen profitieren bei Sanierungsprojekten von ihrer Erfahrung, die sie bei derartigen Projekten in der Vergangenheit sammeln konnten. Sie können ihre Prozesse standardisieren sowie ihre Materialien und Techniken verbessern. Zudem erzielen sie Preisvorteile beim Einkauf von Materialien und Leistungen in größerem Umfang.

"Die Wohnungswirtschaft nimmt bei der Umsetzung der Energiewende eine Vorreiterrolle ein. Ihre Sanierungserfahrung könnte auch privaten Kleinanbietern zugute kommen, die den Großteil der notwendigen Investitionen stemmen müssen", sagt DIW-Ökonom Claus Michelsen. Er hält es für wichtig, nicht nur die großen Wohnungsunternehmen, sondern auch die mittleren und kleinen Anbieter bei ihren Sanierungsvorhaben und bei der Umsetzung von niedriginvestiven Energieeffizienzmaßnahmen noch stärker zu unterstützen.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft

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