Impressionen von der dritten Werkstatt zum Thema Digitalisierung Bild: YouTube

Am 21. und 22. November 2017 hat die Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft bereits zum dritten Mal in Kooperation mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. in Berlin ihre sogenannte Werkstatt veranstaltet. Das diesjährige Thema lautete "Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft".

Erneut diskutierten über 40 Führungskräfte aus Wohnungswirtschaft, Verbänden sowie der forschenden Industrie und Dienstleistung gemeinsam über neue Ansätze, Bedürfnisse und Anforderungen. Eine der zentralen Fragen: Wie kann die Wohnungswirtschaft zukunftsfähig bleiben in Zeiten von Transformation? Zahlreiche Themen, wie Smart Home oder Ambient Assisted Living (AAL), aber auch Building Information Modeling (BIM), nehmen im Rahmen der Digitalisierung Einfluss auf das Wohnen selbst und damit auch die Wohnungsunternehmen. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmer im Laufe der zwei Tage Wege, wie sich Industrie, Dienstleistungs- und Wohnungsunternehmen bei der Bewältigung dieser Herausforderung unterstützen und Lösungen finden können.

GdW-Präsident Axel Gedaschko skizzierte in seinem Vortrag zum Auftakt der Veranstaltung verschiedene Zukunftsszenarien der Wohnungswirtschaft. Im Hinblick auf die rasante Veränderung und Entwicklungsgeschwindigkeit der Digitalisierung fragte er: "Können wir die Digitalisierung nach unseren Maßstäben gestalten – oder geht die Entwicklung an uns vorbei?" Aktuell gehe es der Branche gut, es gebe wenig äußere Anreize, etwas zu verändern. Der GdW-Präsident plädierte dafür, dass die Wohnungswirtschaft trotzdem nicht den Anschluss verlieren dürfe und beginnen müsse, sich in die Gestaltung digitaler Prozesse einzubringen.

Anregende Diskussionen beim Business Lunch

Auch in diesem Jahr hatten die Teilnehmer beim Business Lunch die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und ins Gespräch zu kommen. Gegessen und diskutiert wurde an verschiedenen Thementischen. DW-Chefredakteurin Ulrike Trampe und wi-Chefredakteurin Katharina Burkardt moderierten jeweils einen Thementisch "Bestandsmanagement", während sich DW-Redakteur Olaf Berger an seinem Tisch auf das Thema "Smart Building: Von Gebäudesteuerung bis AAL" konzentrierte. Helene Bockhorst, ebenfalls DW-Redakteurin, leitete das Gespräch um "Kommunikation in Zeiten der Digitalisierung".

Crossover-Vortrag regt zum Nachdenken an

Unruhe im positiven Sinn riefen der Crossover-Vortrag von Christopher Kassulke, CEO der Firma Handy Games, und die anschließende Diskussion hervor. Genau eine Woche plane sein Unternehmen im Voraus, erklärte Kassulke. Alle sechs Monate überarbeite er seine Ziele und richte seine Strategie neu aus. "Ich kann einen dieser Zyklen verpassen, aber beim zweiten bin ich raus", beschrieb der Geschäftsführer die Innovationsgeschwindigkeit seiner Branche. Mit diesem Tempo könne die Wohnungswirtschaft längst nicht mithalten.

Bernhard Famler, Manager Vertical Market Solutions bei der Telekom Austria Tochtergesellschaft A1 Digital International, referierte am Nachmittag zu dem Thema "Digitale Transformation in der Bauwirtschaft" und zeigte den Anwesenden anhand aktueller Praxisbeispiele konkrete Handlungsfelder und -möglichkeiten für die Umsetzung digitaler Prozesse in Unternehmen auf.

World-Café und Tischgespräche

Bevor der erste Tag mit einem gemeinsamen Kochabend im Kreuzberger Kochatelier unter dem Motto "Networking goes Cooking" zu Ende ging, standen noch zwei Workshops an. Im World-Café-Format leiteten Katharina Burkardt und Olaf Berger die Diskussionen zu den Themen "Der richtige Zeitpunkt: Was passiert, wenn man ihn verpasst?" und "Beratung tut not: Welche, wann und für wen?".

Am Folgetag hatten Wohnungswirtschaft und Industrie – wie bereits im letzten Jahr – bei Vier-Augen-Gesprächen die Gelegenheit, vertiefend miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsame Projekte zu besprechen. Außerdem ging Daniel Mondino, Architekt beim Büro Core Architecture aus Hamburg, in seinem Vortrag auf das Thema BIM ein. "Was ist BIM?", fragte er und räumte gleich mit einem weit verbreiteten Fehlglauben auf: "BIM ist keine Software, sondern eine Methodik", stellte er klar.

Herausforderung Datenschutz und Datenhoheit

Nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse der Thementische des Business Lunches durch deren jeweilige Moderatoren brachte Florian Eckert von der Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft den Teilnehmern die komplexe Problematik der Themen "Datenschutz und Datensicherheit" näher. Er konzentrierte sich insbesondere auf die Datenschutzgrundverordung (DSGVO) und auf das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), die beide ab dem 25.05.2018 gelten werden. Mit dem Thema Datenhoheit schlug er einen Bogen zum Beginn der Veranstaltung am Vortag, als GdW-Präsident Axel Gedaschko an die Branche plädiert hatte, die Hoheit über die in den Beständen der Wohnungsunternehmen erhobenen Daten nicht ohne Not aus der Hand zu geben. Vielmehr, so Gedaschko, müssten neue, eigene Ideen in die Tat umgesetzt werden, um auf diese Weise im Interesse der Mieter und Stakeholder Mehrwerte zu schaffen.

Ein gemeinsames Mittagessen rundete die Veranstaltung am 22.11.2017 ab. Das Feedback der Teilnehmer fiel positiv aus. Die vierte DW-Werkstatt soll 2018 stattfinden.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Weiterbildung

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