01.07.2013 | Top-Thema Wohnen für ein langes Leben

Service-Wohnen: Architektur für Generationen

Kapitel
Ein Beispiel für Service- und betreutes, seniorengerechtes Wohnen ist die 13.000 m2 große Wohnanlage Heidehof Hattingen mit lichtdurchfluteten Räumen
Bild: Solarlux

Die Überalterung der Gesellschaft stellt die westlichen Industrienationen vor große Herausforderungen. Das betrifft auch den Umbau von Wohn- wie öffentlichen Stadt- und Verkehrsräumen.

Bislang sind nur 5 % des aktuellen Wohnungsbestandes altengerecht gestaltet, und das obwohl 93 % der heutigen Generation 65plus in privaten Haushalten leben und lediglich 7 % in sogenannten Sonderwohnformen: Altenheime, Einrichtungen des betreuten Wohnens und speziell eingerichtete Seniorenwohnungen. Das geht aus den Studien hervor, mit denen sich die Frankfurter Ausstellung „Architektur für Generationen“ im Frühjahr 2013 befasste.
Die Herausforderung besteht in Zukunft darin, Räume so zu entwerfen, dass sie sich an das Alter ihrer Nutzer und deren körperliche und geistige Fähigkeiten flexibel anpassen lassen. Ein gelungenes Beispiel für altersbetreutes Service-Wohnen ist die 13.000 m2 große Anlage Heidehof Hattingen im Ortsteil Niederwenigern. Die Wohnanlage besteht aus einer modernen Dauer- und Kurzzeitpflegeeinrichtung mit 72 Bewohnern und einem Generationstreff. Zudem gibt es zwei weitere Wohngebäude für Senioren - eines mit 35 Eigentumswohnungen mit Größen zwischen 47 und 98 m2 sowie das andere mit neun Eigentumswohnungen zwischen 72 und 121 m2. Der Gebäudekomplex umfasst ferner eine Physiotherapiepraxis mit Schwimmbad.
Der Bauherr, die Heidehof Hattingen Immobilien GmbH, hatte klare Vorstellungen für die insgesamt 53 Eigentumswohnungen mit Serviceleistungen für ältere Menschen: einen hochwertigen Wohnungsbau mit einer besonderen, transparenten Fassadengestaltung zu schaffen. Große verglaste Balkone sollen Senioren die Möglichkeit geben, das Tageslicht sowie jede Jahreszeit direkter zu erleben. Sie sind im Alter in ihrer Mobilität eingeschränkt und ihr Bewegungsradius verkleinert sich sukzessive, so dass sie häufig mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen. Umso schöner ist es, wenn diese lichtdurchflutet sind.
Zusammen mit dem Büro Stiller Architekten in Hattingen entschied sich der Bauherr für die Verglasungssysteme von Solarlux. Je nach Wunsch der Senioren lassen sich die Glasflügel und somit das Licht und das Raumklima einfach verändern, indem die Verglasung individuell geöffnet werden kann. Das erste Glaselement wird über einen Edelstahlseilzug geöffnet. Alle Weiteren werden zur Seite geschoben und platzsparend zu einem Flügelpaket weggedreht. Die Schiebe-Dreh-Systeme lassen sich so über die gesamte Balkonbreite öffnen. Dank der einfachen Handhabung und der Leichtgängigkeit der Systeme können die Senioren ohne Kraftaufwand und Anstrengung die Balkonverglasungen bedienen.
Im Erdgeschoss wurde ein 10 mm starkes Einscheibensicherheitsglas gewählt. Der wetter-, wind- und schallgeschützte Balkon mit jeweils 10 Glaselementen und einer Flügelhöhe von 2,55 m ist gut an das Leben im Alter angepasst. Durch eine eingelassene Bodenschiene ist bei den raumhohen Verglasungen im Parterre der barrierefreie Zutritt nach außen gewährleistet.
Noch in diesem Jahr sollen neun zusätzliche Wohnungen in einem weiteren Gebäude am Heideweg 5
realisiert werden.

Susanne Lenze

Solarlux, Bissendorf

Schlagworte zum Thema:  Barrierefreiheit, Demografischer Wandel

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