04.03.2014 | Top-Thema Wohnen für ein langes Leben

Leben und wohnen in Nordhorn: Wohnanlage mit Esprit

Kapitel
Der Lageplan verdeutlicht die klaren, kompakten Strukturen
Bild: A. Reinink, www.zucker-fuers-auge.de

Wohnen im Alter ist eines der zentralen Zukunftsthemen der Architektur, Stadtplanung und Wohnungswirtschaft. Der gesellschaftliche und demografische Wandel zeigt, wie sehr sich die Lebensräume für das Alter bereits verändert haben. Ältere Menschen sind Studien zufolge eine sehr heterogene Gruppe. Sie werden durch eine Vielzahl von Faktoren charakterisiert, dabei ist das Alter nur ein Faktor von vielen.

Es gibt Menschen, die bis ins hohe Alter selbständig und autonom bleiben, und andere, die bereits in der Lebensphase des frühen Rentenalters auf Unterstützung oder Betreuung angewiesen sind. Somit ist es unmöglich, einheitliche Bedürfnisse älterer Menschen auszumachen und man benötigt ein Wohnungsangebot, das für alle attraktive Wohnungen enthält.

Im Ortsteil Bookholt in Nordhorn/Nds., nahe der niederländischen Grenze, ist diesem Wunsch entsprochen worden. Was den Menschen für das Leben in ihrer Stadt wichtig ist, findet man hier: eine gute Infrastruktur mit vielen kleinen Shops, die Nähe zur City Nordhorns, mit Einkaufszentrum, Wochenmarkt, Fußgängerzonen, dem historischen Ortskern, gepflegten Grün- und Parkanlagen.Es gibt ein grenzüberschreitendes Radwegenetz, Freizeit­angebote für Jung und Alt, gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und ein lebendiges und vielfältiges kulturelles Angebot. Hier möchte man gern leben und wohnen.

Kompakt gegliedertes Gebäudeensemble mit klaren Konturen

Bookholt ist genau der richtige Standort für das Wohnen mit allen Sinnen – besonders im Alter. Hier errichtete das Bauunternehmen G. Büter aus Ringe als Planer und Generalübernehmer gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kreisverband Grafschaft Bentheim e. V. ein Wohnquartier mit besonderem Esprit. Lichtdurchflutete Räume, komfortable Grundrisszuschnitte, hoher Ausstattungskomfort in harmonischen Ambiente sind vorrangige Projektziele, die im Fokus bei der Planung und dem Bau für Wohnraum der älteren Generationen stehen.

Die Architektur ist geprägt durch eine klare Formensprache, die durch horizontale und vertikale Vor- und Rücksprünge ihre Tiefe erhält. Unterstützt wird diese „Plastizität” der Gesamtanlage durch die Verwendung der Fassadenmaterialien von Klinker, Lärchenholz, Putz und Glas. Der Entwurf ist auch ein Statement für selbstbestimmte Lebensqualität und Würde im Alter. Nicht die Verwahrung der Senioren, sondern die Idee vitaler Aktivität im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Interessen stand Pate bei der Projektidee für den Gebäudekomplex. Der Wohnpark grenzt im Westen an die Pestalozzistraße, im Norden und Osten an die Veldhauser Straße und im Süden an die Bodelschwinghstraße. Der Planungsauftrag bestand in der Konzeption eines kompakt gegliederten, modernen Gebäude-Ensembles.

Hochwertige, nachhaltige und ­energieeffiziente Bauweise

Die beauftragten Architekten vom Büro Schröder-Wenning in Schüttorf, konzipierten eine 2- und 3-geschossige Wohnanlage nach den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens, d. h. barrierefrei und mit einer günstigen CO2-Bilanz des Gesamtobjektes.

Das Bebauungskonzept umfasst insgesamt 29 seniorengerechte, komfortabel ausgestattete Wohnungen, aufgeteilt in sechs verschiedene Grundrisstypen (2- und 3-Raum-Wohnungen), dazu sieben Penthousewohnungen mit großzügigen Grundrissen sowie sechs Doppelhäuser für das soziale Kompetenzzentrum des Deutschen Roten Kreuzes und ein Bäckerei Café mit Außenterrasse.

Bauliche Qualitäten

Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt über Wege und Laubengänge. Jede Etage ist stufenlos über eine behindertengerechte, für Rollstuhl- und Liegendtransport ausgerichtete, hydraulisch betriebene Aufzugsanlage erreichbar.

Beispielhaft an dieser Wohnanlage ist eine hohe bauphysikalische Qualität bei gleichzeitiger nutzungsoptimierter Innengestaltung. Klare kubische Gebäudeformen gewährleisten ein günstiges Verhältnis von wärmetransportierender Hüllfläche. Klinker, Putz und Lärchenhölzer sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Moderne Wärmeschutz-Isolierverglasungen machen großzügige Glasflächen möglich.

Die Gartenanlagen sind nach einem landschaftsplanerischen Gesamtkonzept gestaltet und bieten einen positiven Gesamteindruck. Ausgewiesene Parkflächen befinden sich in direkter Nachbarschaft zum Objekt.

Betreuungskonzept der DRK

„Traditionelle institutionalisierte Wohnformen wie Alten- oder Pflegeheime, zumal in Randlagen, sind immer weniger gefragt“, weiß Bauunternehmer Gerrit Büter aus seiner Baupraxis zu berichten.

Neben der komfortablen Ausstattung der Anlage gefällt auch das besondere umfassende Betreuungskonzept vom DRK Kreisverband Grafschaft Bentheim e. V. Die Organisation versteht sich als Zentrum für Lebensgestaltung im Alter. Damit stehen den Senioren tagein, tagaus engagierte Fachleute zur Seite, die bei Bedarf individuelle Pflegedienstleistungen, wahlweise stationär wie auch teilstationär übernehmen und darüber hinaus pflegerische und soziale Dienstleistungen anbieten können. Das ambulante Versorgungsangebot deckt zusätzlich den individuellen Hilfe- und Versorgungsbedarf im häuslichen Umfeld ab.
Ein umfangreicher Service für die Wohnanlage.Kein Wunder, dass dieses Wohn- und Betreuungskonzept Schule macht. Es präsentiert sich in einer ästhetisch ansprechenden Wohnanlage mit komfortabler Wohnqualität.

Susanne Ruhrländer, freie Journalistin und PR Beraterin, Dorsten

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Demografischer Wandel

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